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Öffnung der Archive im Vatikan : Was sagen die neuen Akten über Papst Pius XII.?

Papst Pius XII. am 4. März 1949 in Rom Bild: AFP

Pius XII. ist wegen seines Verhaltens angesichts des Holocausts der umstrittenste Papst des 20. Jahrhunderts. Im März 2020 hat Papst Franziskus die Akten des Pontifikats freigegeben. Jetzt zogen Historiker eine erste Zwischenbilanz.

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          In Rom wurde jüngst ein Kreis renommierter Historiker gefragt, ob er noch mit einer „smoking gun“ in den Vatikanischen Archiven rechne. Im März 2020 hatte Papst Franziskus die Aktenbestände des Pontifikats von Pius XII. (1939 bis 1958) für die wissenschaftliche Forschung freigegeben. Fünfzehn Monate später luden nun das Deutsche Historische Institut in Rom und sein französisches Pendant, die École française, zu einer ersten größeren internationalen Tagung ein, um Zwischenergebnisse der Archivrecherchen deutscher, französischer, italienischer und amerikanischer Historiker vorzustellen.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Eine „smoking gun“, also einen schlagenden Beweis, der die Debatte über das Verhalten Pius’ XII. gegenüber den verfolgten Juden mit einem Mal beenden könnte, hatte bislang keiner aus diesem Kreis gefunden. Ausgewiesene Pius-XII.-Fachleute wie die beiden amerikanischen Forscher David Kertzer und Giuliana Chamedes waren sich einig darin, dass mit einem solchen Fund auch in Zukunft nicht zu rechnen sei. Aber die Tagung zeigte, dass die Akten unterhalb der Hochhuth-Ebene viele aufschlussreiche Einblicke geben, wie der vatikanische Apparat auf die Judenverfolgung reagierte.

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