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Antisemitismus-Debatte : Hamm-Brücher tritt aus der FDP aus

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Hamm-Brücher gehörte der FDP mehr als 50 Jahre an Bild: dpa

Die Alt-Liberale Hildegard Hamm-Brücher ist vor dem Hintergrund des Antisemitismus-Streits am Wahltag aus der FDP ausgetreten.

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          Aus Enttäuschung über die FDP ist Hildegard Hamm-Brücher nach 54 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei ausgetreten. In einem vom Wahlsonntag datierten Brief an Parteichef Guido Westerwelle macht die 81-Jährige vor allem die antiisraelischen Äußerungen des inzwischen zurückgetretenen Parteivize Jürgen Möllemann für ihre Entscheidung verantwortlich.

          Sie wirft Westerwelle mangelnde Führungsverantwortung vor. „Sie haben zu lange geschwiegen und dem Möllemann-Kurs nicht rechtzeitig Paroli geboten“, heißt es in dem Brief. In einer „zur rechten Volkspartei à la Möllemann gestylten FDP“ könne sie keine Spuren aufrechter Liberaler mehr entdecken, schreibt Hamm-Brücher weiter.

          Mehrmonatige Bedenkzeit

          Sie hatte schon im Sommer bei den früheren Auseinandersetzungen um Möllemann mit ihrem Partei-Austritt gedroht. Jetzt betonte sie ausdrücklich, sie habe ihre Entscheidung nach mehrmonatiger Bedenkzeit bewusst vor der Bundestagswahl und ihren Ergebnissen sowie unabhängig von der Zukunft Möllemanns getroffen. Für „Last-Minute“-Absetzbewegungen sei es nun zu spät. Möllemann hatte am Montag nach der Wahl auf Druck der Partei sein Amt als Parteivize niedergelegt.

          Hamm-Brücher gehörte der FDP seit 1948 an und vertrat die Partei in zahlreichen landes- und bundespolitischen Funktionen, unter anderem von 1977 bis 1982 als Staatsministerin im Auswärtigen Amt. 1994 bewarb sie sich für die Liberalen um das Amt des Bundespräsidenten. Aus Protest gegen eine Koalitionsaussage der bayerischen FDP zu Gunsten der CSU war sie 1998 bereits aus der Landespartei ausgetreten und hatte seither ihre Beiträge direkt an den Bundesverband gezahlt.

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