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Antisemitisches Mobbing : Berliner Elite-Schule sichert Aufarbeitung zu

  • Aktualisiert am

Die John-F.-Kennedy-Schule im Berliner Stadtteil Zehlendorf. Bild: dpa

Über Monate wurde ein jüdischer Schüler an der Berliner John-F.-Kennedy-Schule von Mitschülern antisemitisch beleidigt. Das Mobbing, das keinen muslimischen Hintergrund hat, soll nun aufgearbeitet werden.

          Nach dem antisemitischen Vorfall an der Berliner John-F.-Kennedy-Schule hat die Schulleitung eine umfassende Aufarbeitung angekündigt. Bereits am Freitag solle in allen Klassen das Thema Diskriminierung aufgegriffen werden, kündigte der amerikanische Schuldirektor Brian Salzer am Donnerstag in Berlin an. In den kommenden Wochen sollten die Lehrer der internationalen und bilingualen Schule zum Umgang mit Diskriminierung und Antisemitismus geschult werden und Gespräche mit allen betroffenen Familien fortgesetzt werden, fügte er hinzu.

          Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass an der Berliner Schule, die von zahlreichen Diplomantenkindern besucht wird, über Monate hinweg ein jüdischer Schüler einer 9. Klasse antisemitisch beleidigt und gemobbt wurde. Demnach hatten mehrere Mitschüler den Jungen immer wieder drangsaliert. Ein Mitschüler habe ihm in einer Umkleidekabine mit einer E-Zigarette Rauch ins Gesicht geblasen und dabei gesagt, der jüdische Schüler solle an seine vergasten Vorfahren denken, bestätigte der Schuldirektor. Zudem hätten Mitschüler den jüdischen Neuntklässer mit Zetteln tyrannisiert, auf denen Hakenkreuze aufgemalt waren.

          Konflikte gab es Berichten zufolge auch mit einer ebenfalls jüdischen Mitschülerin. Weil der Neuntklässler im Nahostkonflikt nicht nur die palästinensische Seite kritisierte, soll ihm die Mitschülerin vorgeworfen haben, kein guter Jude zu sein.

          „Ausmaß und Ernsthaftigkeit“ der Geschehnisse seien seitens der Schule unterschätzt worden, räumte Salzer am Donnerstag erneut ein. Zugleich betonte die Schulleitung, dass die antisemitischen Vorfälle keinen muslimischen Hintergrund hätten. Die Schulleitung sei zudem erst Anfang Juni über die Vorgänge informiert worden.

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