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Anti-Terror-Einsatz in Brüssel : Vier Polizisten verletzt, ein Verdächtiger getötet

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

In Brüssel ist die Polizei während der Suche nach mutmaßlichen Helfern der Paris-Attentäter beschossen worden. Ein schwerbewaffneter Verdächtiger starb, zwei weitere sind auf der Flucht.

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          In Brüssel ist nach einem Anti-Terror-Einsatz der belgischen und französischen Polizei ein mit Sturmgewehr bewaffneter Verdächtiger getötet worden, zwei weitere sind noch auf der Flucht. Die Identität des Toten war zunächst unklar. Wie die belgische Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich bei ihm aber nicht um den flüchtigen Hintermann der Pariser Anschläge, Salah Abdeslam.

          Auch vier Polizisten wurden bei dem Schusswechsel verletzt. Zwei von ihnen konnten am Abend das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Laut Ministerpräsident Charles Michel dauerte der Einsatz am Abend weiter an.

          Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stand die Razzia im Zusammenhang mit den islamistischen Anschlägen von Paris. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, Polizeikräfte seines Landes seien an dem Einsatz in Brüssel beteiligt. Die Beamten seien mit schweren Waffen beschossen worden, sagte er bei einer Pressekonferenz in Abidjan.

          Laut belgischen Sicherheitsbehörden fielen Schüsse bei einer Hausdurchsuchung im Bezirk Forest im Süden der Hauptstadt.

          Einem Reuters-Fotografen zufolge kreiste ein Hubschrauber über dem Einsatzgebiet, das in der Nähe der Eisenbahnlinie zwischen Paris und Amsterdam sowie einer Audi-Fabrik liegt. Sondereinsatzkräfte waren vor Ort, Straßen wurden gesperrt. Eine naheliegende Grundschule wurde vorsorglich abgeriegelt. Anwohner wurden nach eigenen Angaben von der Polizei aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.

          In Brüssel waren nach den Pariser Anschlägen vom 13. November die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Insbesondere der Stadtteil Molenbeek gilt als Drehkreuz für europäische Dschihadisten. Dort haben auch mindestens zwei der mutmaßlichen Attentäter gelebt, die nach Erkenntnissen der Ermittler an den Anschlägen der radikalislamischen Miliz IS in Paris im November beteiligt waren, bei denen 130 Menschen getötet wurden.

          Die belgische Polizei hat nach den Anschlägen mittlerweile zehn Verdächtige festgenommen.

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