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Todesfahrt von Berlin : De Maizière: „Kein Zweifel mehr an Anschlag“

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Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden pakistanische Behörden gebeten, gleich zwei Datensätze zu überprüfen: Beide tragen den gleichen Namen: Navid Balutsch (unterschiedliche Schreibweisen). Aber es gibt offenbar zwei Geburtsdaten und zwei Geburtsorte – einer in Afghanistan, in der Provinz Nimruz, einer in Pakistan. Medien hatten berichtet, dass der Täter unterschiedliche Angaben über sich gemacht habe. Beide Quellen bestätigten nicht, dass der Mann, den deutsche Sicherheitskreise Naved B. nennen, Pakistaner sei. Er könne auch ein afghanischer Flüchtling sein, der in Pakistan gelebt habe. Der für den Staatsschutz zuständige Generalbundesanwalt in Karlsruhe übernahm die Ermittlungen.

Erinnerung an Nizza

Der Terrorverdächtige war der Polizei im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem sexuellen Übergriff bekannt geworden. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen kam es im Juli im Kontext zu einem sexuellen Übergriff des Mannes auch zu Beleidigungen. Einen entsprechenden Eintrag gebe es in der Inpol-Datenbank, dem länderübergreifenden Informationssystem der Polizeien.

Der vermutlich entführte dunkle Lastwagen mit polnischem Kennzeichen fuhr laut Polizei gegen 20.00 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Mindestens zwölf Menschen starben - darunter ein Pole, der auf dem Beifahrersitz saß und erschossen worden war. Der Lkw gehörte einer polnischen Spedition, wie deren Eigentümer Ariel Zurawski dem polnischen Sender TVN 24 sagte. Der Fahrer, sein Cousin, sei seit etwa 16.00 Uhr am Montag nicht mehr zu erreichen gewesen. Der Pole wurde mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen, erfuhr die dpa aus Sicherheitskreisen.

Der mutmaßliche Anschlag ruft Erinnerungen an die Terrorattacke von Nizza im Juli wach: Dort waren 86 Menschen ums Leben gekommen, als ein Mann mit einem Lastwagen über die Uferpromenade der Mittelmeermetropole fuhr. Für den Anschlag hatte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die Verantwortung übernommen.

Seehofer fordert Überprüfung der Flüchtlingspolitik

Der mutmaßliche Täter des Berliner Anschlags konnte nach einem Medienbericht dank des couragierten Einsatzes eines Augenzeugen gefasst werden. Der Zeuge sei dem flüchtenden Lastwagenfahrer gefolgt und habe dabei ständig über Handy die Notrufzentrale über die Position des Mannes informiert, sagte Polizeisprecher Winfrid Wenzel laut „Welt/N24“. Nach etwa zwei Kilometern Verfolgungsjagd habe schließlich die Besatzung eines Streifenwagens den Mann an der Siegessäule gestoppt. Mit Hilfe des Zeugen sei es möglich gewesen, den Verdächtigen zu fassen, sagte Wenzel.

Die Weihnachtsmärkte in Deutschkand sollen weiter stattfinden. Die Innenminister von Bund und Ländern sprachen sich am Vormittag gegen eine Absage aus, teilte das Bundesinnenministerium nach einer Telefonkonferenz der Ressortchefs mit. Mehrere Bundesländer überdenken ihre Sicherheitskonzepte. „Es wird alles getan um die bestmögliche Sicherheit im Land zu gewährleisten“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) der dpa. Der Innenausschuss des Bundestags will am Mittwoch in einer Sondersitzung beraten.

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag forderte CSU-Chef Horst Seehofer eine Überprüfung und Neujustierung der Flüchtlingspolitik. „Wir sind es den Opfern, den Betroffenen und der gesamten Bevölkerung schuldig, dass wir unsere gesamte Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken und neu justieren“, sagte der bayerische Ministerpräsident zu Beginn einer Kabinettssitzung in München. Er kündigte für den Nachmittag eine Sondersitzung an, um dort über die „gesamte Lage“ und mögliche Schlussfolgerungen zu beraten.

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Informationen und Hinweise

Die Berliner Polizei kann unter der Nummer 030 54023 111 erreicht werden. Dort können sich besorgte Menschen nach ihren Angehörigen erkundigen. Die Behörden bitten jedoch darum, dies nur in Ausnahmefällen zu tun, da die Leitungen stark belastet seien. Des Weiteren bitten die Behörden mögliches Bild- und Videomaterial auf der Seite www.bka-hinweisportal.de hochzuladen.

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