https://www.faz.net/-gpf-8oqtl

Reaktion auf Berlin-Anschlag : Tunesier protestieren gegen Rückführung von Extremisten

  • Aktualisiert am

„Nein zu Terrorismus“ – Tunesier demonstrierten am Samstag gegen die Pläne zur Rückführung mutmaßlicher Extremisten. Bild: AFP

Die Bundesregierung will Abschiebungen nach Tunesien beschleunigen. In der Hauptstadt des nordafrikanischen Landes regt sich dagegen Widerstand.

          Angesichts des Terroranschlags in Berlin haben Hunderte Menschen in Tunesien gegen die Rückführung von mutmaßlichen Extremisten in das nordafrikanische Land protestiert. Die Demonstranten versammelten sich außerhalb des Parlaments in der Hauptstadt Tunis, wie lokale Medien berichteten. Bilder zeigten Menschen mit Plakaten, auf denen unter anderem „Nein zu Terrorismus“ stand. Der Protest am Samstag wurde demnach von verschiedenen zivilen Gruppen organisiert.

          Nach dem Terroranschlag in Berlin, der mutmaßlich von dem am Freitag erschossenen Tunesier Anis Amri ausgeführt wurde, drang Berlin zuletzt auf schnellere Abschiebungen nach Tunesien. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte gesagt, dass die Zusammenarbeit zwar schon intensiviert wurde, der Rückführungsprozess allerdings deutlich beschleunigt und die Zahl der Abgeschobenen erhöht werden müsse.

          Tunesien ist zwar als einziges Land als Demokratie aus den arabischen Aufständen von 2011 hervorgegangen. Andererseits hat das Land aber ein ernstes Problem mit Radikalen: Tunesier stellen – außerhalb von Syrien und dem Irak – die größte Gruppe von ausländischen Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ dar.

          Weitere Themen

          Unheil drohnt

          FAZ Plus Artikel: Umgang mit Drohnen : Unheil drohnt

          In der Nähe von Flughäfen werden immer mehr Drohnen gesichtet, es mangelt aber an Beweisfotos. Wie man die unerwünschten Flugobjekte am besten erkennt und abwehrt, ist umstritten. Gesetzliche Regeln fehlen.

          Trump stoppt geplanten Angriff auf Iran Video-Seite öffnen

          Aus Angst vor Opfern : Trump stoppt geplanten Angriff auf Iran

          Nach dem Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch Iran hat der amerikanische Präsident Donald Trump nach eigenen Worten einen Vergeltungsangriff erwogen, diesen aber kurzfristig gestoppt. Nach Angaben Teherans verletzte die Drohne den iranischen Luftraum. Washington betont dagegen, die Drohne habe sich in internationalem Luftraum befunden.

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.
          Der Hedgefonds Elliott hat seinen Einstieg bei Bayer publik gemacht.

          Wegen seiner Mischstruktur : Elliott macht Bayer jetzt richtig Druck

          Der amerikanische Hedge-Fonds lässt Andeutungen fallen, die als Aufforderung zur Aufspaltung interpretiert werden können. Ganz nebenbei bestätigt er: Man ist mit einem 2-Prozent-Paket am Mischkonzern beteiligt.

          Trumps neue Sprecherin : Schroff und höchst loyal

          Donald Trump macht Stephanie Grisham, die Stimme der First Lady, zu seiner Sprecherin. Sie wird auch Chefin für strategische Kommunikation – eine machtvolle Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.