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Umfrage zu Terrorangst : Mehrheit der Deutschen fürchtet sich nicht vor Anschlägen

  • Aktualisiert am

Keine Angst: Tage nach dem Anschlag sind die Berliner zurück auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz Bild: dpa

Trotz des Anschlags von Berlin haben die meisten Deutschen keine Angst vor Terror. Die Anhänger einer Partei jedoch fühlen anders als die große Mehrheit ihrer Landsleute, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

          Trotz des Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlags und der Debatte über Sicherheit haben nach einer Umfrage drei von vier Deutschen keine Angst vor Terror. Nach dem Deutschlandtrend der ARD fühlen sich 73 Prozent der Bürger sicher, bei 26 Prozent überwiegt ein Gefühl der Unsicherheit. Bei Anhängern aller Parteien hat eine Mehrheit das Gefühl der Sicherheit, einzig die Sympathisanten der AfD meinen zu zwei Dritteln, Deutschland sei unsicher.

          In der Reihenfolge der beliebtesten Politiker schob sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit 57 Prozent vor Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 56 Prozent (beide CDU). De Maizière hat mit einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die Debatte über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen insbesondere mit Blick auf als Flüchtlinge getarnte Attentäter angestoßen.

          Die Union und die AfD legten nach der Umfrage in der Wählergunst zu. Beide Parteien verbesserten sich um zwei Prozentpunkte – CDU/CSU auf 37 Prozent, die AfD auf 15 Prozent. SPD (20 Prozent) und Grüne (neun Prozent) verloren dagegen zwei Punkte. Die anderen größeren Parteien wie Linke (neun Prozent) und FDP (fünf Prozent) blieben unverändert.

          Eine klare Regierungsmehrheit gebe es demnach in erster Linie für eine Neuauflage der großen Koalition von CDU/CSU und SPD. Eine Mehrheit für Schwarz-Grün wäre ungewiss, ein Zusammengehen mit der AfD schließen die übrigen Parteien aus.

          Eine Mehrheit der Deutschen rechnet im Wahljahr 2017 mit einem aggressiven Wahlkampf. 86 Prozent der Befragten befürchten, dass Stimmungen eine größere Rolle spielen werden als Fakten. 67 Prozent erwarten eine aggressive Stimmung; 46 Prozent glauben, dass die Kandidaten respektvoll miteinander umgehen werden.

          Geringere Bedeutung der Flüchtlingspolitik im Wahlkampf

          Im Vergleich zum Beginn des Vorjahres 2016 messen derweil deutlich weniger Bürger der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik eine überragende Bedeutung zu, wie die Umfrage weiter ergab. 40 Prozent nannten diese als wichtigstes politisches Thema, um das sich die Bundesregierung in diesem Jahr kümmern müsse. Das waren 26 Prozentpunkte weniger als im Januar 2016. Es ist damit aber immer noch das mit weitem Abstand wichtigste Thema.

          An zweiter Stelle folgt der Themenkomplex Innere Sicherheit und Terror. Elf Prozent halten ihn für den wichtigsten, neun Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Sieben Prozent messen dem Bereich Soziales und Sozialer Gerechtigkeit die größte Bedeutung zu. Für die sogenannte Sonntagsfrage im Auftrag der ARD befragte das Forschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1505 Wahlberechtigte im ganzen Bundesgebiet.

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