https://www.faz.net/-gpf-8p0nz

Anschlag auf Weihnachtsmarkt : Amris Waffe in Italien wurde auch in Berlin benutzt

  • Aktualisiert am

Im Anschlagslastwagen waren Projektile derselben Waffe gefunden worden, mit der der mutmaßliche Attentäter Amri in der Nähe von Mailand später auf zwei Polizisten schoss. Bild: AFP

Die italienische Polizei hat ein wichtiges Detail zum Berliner Anschlag geklärt: Die Waffe, mit der Amri in Sesto San Giovanni auf zwei Polizisten schoss, ist dieselbe, mit der zuvor ein polnischer Lkw-Fahrer getötet worden war.

          Die Waffe, mit der der mutmaßliche Attentäter von Berlin, Anis Amri, auf Polizisten bei Mailand geschossen hat, ist dieselbe, mit der ein Lkw-Fahrer beim Anschlag in Berlin getötet wurde. Das habe eine ballistische Untersuchung ergeben, teilte die italienische Polizei am Mittwoch auf Twitter mit. Somit konnte eine zentrale Frage im Fall Amri geklärt werden.

          Für den Abgleich hatte Deutschland einen Projektil-Abguss nach Italien geschickt. Bei dem Anschlag von Berlin war im Führerhaus des benutzten Lastwagens eine Schusswaffe, Kaliber 22, abgefeuert worden. Auch nach dem Schusswechsel Amris mit den Polizisten in Italien wurde ein Projektil Kaliber 22
          gefunden.

          Die Bundesanwaltschaft gibt am Mittwochnachmittag Auskunft über den aktuellen Stand der Ermittlungen nach den Durchsuchungen in Berlin vom Dienstag. Ermittler durchsuchen dort eine Unterkunft in einem Flüchtlingsheim und eine Wohnung. Der erste Einsatz galt einem 26 Jahre alten Tunesier, der beschuldigt wird, dem mutmaßlichen Attentäter Anis Amri möglicherweise bei dem Anschlag geholfen zu haben. Laut Angaben der Bundesanwaltschaft kannte er Amri spätestens seit Ende 2015 und stand noch in zeitlicher Nähe zum Anschlag mit ihm in Kontakt.

          Im zweiten Fall geht es um einen früheren Mitbewohner Amris, den die Bundesanwaltschaft als Zeugen führt. Nach den bisherigen Erkenntnissen soll der Zeuge möglicherweise ebenfalls in zeitlicher Nähe zum Anschlag Kontakt zu Amri gehabt haben. Die Durchsuchung habe dazu gedient, weitere Erkenntnisse über das Vor- und Nachtatverhalten von Anis Amri zu gewinnen.

          Am Donnerstag war ein als Kontaktmann Amris verdächtigter Tunesier wieder auf freien Fuß gekommen. Die Bundesanwaltschaft erwirkte gegen den 40 Jahre alten Mann keinen Haftbefehl. Ermittler hatten ihn am Mittwoch vergangener Woche in Berlin vorläufig festgenommen. Seine Nummer war in dem Telefon Amris gefunden worden.

          Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin wurde der polnische Lkw-Fahrer erschossen. Amri wurde wenige Tage danach von Polizisten in Sesto San Giovanni bei Mailand bei einer Routinekontrolle getötet. Zuvor hatte er auf die Beamten geschossen. Bei dem Anschlag am 19. Dezember in Berlin kamen insgesamt zwölf Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Dringend tatverdächtig ist nach bisherigen Erkenntnissen der 24 Jahre alte Tunesier Amri.

          Weitere Themen

          Es steht 5:2 für die CO2-Steuer

          F.A.Z.-Sprinter : Es steht 5:2 für die CO2-Steuer

          Es hagelt weiter Klima-Gutachten, Ursula von der Leyen kämpft um ihre Zukunft – und der Nato-Generalsekretär redet den Europäern ins Gewissen. Was heute sonst noch wichtig ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Topmeldungen

          Donald Trump am 12. Juli in Milwaukee

          Provokation auf Twitter : Trumps Spiel mit dem Feuer

          Auf Twitter beleidigt Amerikas Präsident vier Parlamentarierinnen rassistisch. Mit der Provokation will er Konflikte unter den Demokraten schüren – und scheitert.
          Roger Federer nach seiner Niederlage am Sonntag in Wimbledon

          Tennis-Ikone : Wie Roger Federer zum erfolgreichen Unternehmer wurde

          Roger Federer zählt zu den Spitzenverdienern in der Welt. Daran ändert auch die Niederlage in Wimbledon nichts: Denn so erfolgreich wie auf dem Platz ist der Schweizer auch in geschäftlichen Dingen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.