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Anschlag : Führender US-Senator bekam Milzbrand-Brief

  • Aktualisiert am

Milzbrandbrief an sein Büro: US-Senator Tom Daschle Bild: dpa

Der Chef der demokratischen Mehrheitsfraktion im US-Senat, Thomas Daschle, hat einen Brief mit dem Milzbrand-Erreger zugeschickt bekommen.

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          In der Serie der Milzbrand-Anschläge ist am
          Montag erstmals auch die politische Führung in Washington zur Zielscheibe geworden. In einem Brief an den Mehrheitsführer des Senats, Thomas Daschle, wurden nach Angaben von US-Präsident George W. Bush und des Kongress-Sicherheitsdienstes Erreger der gefährlichen Krankheit entdeckt. Die Bundespolizei FBI fand derweil eine erste mögliche Verbindung zwischen den Milzbrandfällen in Florida und den Terroranschlägen vom 11. September.

          Aus dem Brief an Daschle sei eine weiße, pulverige Substanz gerieselt, gab Bush beim Empfang des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im Weißen Haus bekannt. Der Umschlag sei kurz nach der Annahme positiv auf den Milzbranderreger getestet worden. Möglicherweise könnte es eine Verbindung zwischen dem mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden und der Serie von Milzbrandfällen geben, fuhr Bush fort. Harte Beweise dafür gebe es aber noch nicht.

          Daschle sagte, er wisse nicht, wie viele Beschäftigte mit der Sendung in Berührung gekommen seien.Die Polizei des Kapitols teilte mit, die verdächtige Sendung werde weiter untersucht. Mitarbeiter des Senats und Repräsentantenhauses wurden aufgefordert, keine Post mehr zu öffnen.

          FBI verfolgt Spur zu mutmaßlichen Attentätern

          In Florida verfolgt das FBI eine Spur, die eine mögliche Verbindung zwischen den Milzbrandfällen im Verlagshaus American Media und den Terroranschlägen belegen könnte. Wie das FBI bestätigte, hatte die Ehefrau des Herausgebers der Zeitung „Sun“, die zu American Media gehört, Wohnungen an zwei der mutmaßlichen Flugzeugentführer vermietet. Das FBI ziehe daraus aber keine übereilten Schlüsse, sagte Sprecherin Judy Orihuela. Bisher sehe es mehr nach einem Zufall aus.

          In New York teilte Bürgermeister Rudolph Giuliani mit, bei den Ermittlungen zu dem Milzbrand-Anschlag auf den Fernsehsender NBC seien drei weitere Personen mit Sporen des Erregers in Berührung gekommen. Insgesamt sind seit dem 4. Oktober mindestens zwölf Personen in den USA entweder an Milzbrand erkrankt oder zumindest mit den Bakterien in Kontakt gekommen. Ein „Sun“-Mitarbeiter war an seiner Infektion gestorben.

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