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Anschläge in Sri Lanka : Massenmord an Ostersonntag

Eine Statue in der Kirche St. Sebastian in Negombo, Sri Lanka, in der am Ostersonntag ein terroristischer Anschlag verübt wurde. Bild: AFP

Die Anschläge von Sri Lanka fügen sich ein in das Bild einer neuen terroristischen Internationale, die ihre Taten „ankündigt“. Das müssen die Sicherheitsbehörden ernst nehmen, um der schieren Mordlust zu begegnen.

          Und wieder herrschen Entsetzen und Fassungslosigkeit. Ebenso selbstverständliche wie hilflos anmutende Appelle werden geäußert, dass der Terror niemals die Oberhand erlangen werde. Aber was soll man – zunächst – auch sagen, wie anders reagieren auf eine Anschlagsserie, die rund 300 Menschen in den Tod gerissen hat. Die Zahl der Verletzten ist noch weit höher. Sri Lanka, das nach den schlimmen Jahren des Bürgerkriegs wieder zu einem „Touristenparadies“ geworden war, wurde Schauplatz eines Massenmordes, eines Massenmordes verübt an Ostersonntag, einem, wie UN-Generalsekretär Guterres sagte, heiligen Tag der Christen überall auf der Welt.

          Kirchen waren das Ziel der Angreifer. Die Terroristen begangen ihre mörderischen Taten während der Ostergottesdienste. Sie waren koordiniert mit den Angriffen auf einige (Luxus-)Hotels. Es gibt Hinweise auf mögliche Täter und einige Indizien: Schon vor zehn Tagen warnten die Sicherheitsbehörden vor Anschlägen einer radikalislamischen Gruppe mit dem Kürzel NTJ; Sprengstoffreste, die an den Tatorten gefunden wurden, deuten ebenfalls auf einen islamistischen Hintergrund hin. Ansonsten aber herrscht noch weitgehend Unklarheit über die Täter. Und auch über deren Motive?

          Die lassen sich aus der Wahl der Angriffsziele erschließen. Denn man kann natürlich nicht so tun, als seien diese Ziele beliebig gewählt. Christliche Kirchen – für islamistische Fanatiker gibt es keine „besseren“ Ziele, um ihre wahnsinnige, religiös verbrämte Ideologie in die Tat umzusetzen. Es sind die Objekte, die in ihrem „Kampf der Zivilisationen“ eine herausgehobene Stellung einnehmen. Denn wer sich in Hotels in die Luft sprengt, der will den Tourismus treffen, eine wichtige Einnahmequelle des Landes. Schon jetzt sind Stornierungen ausländischer Touristen in großer Zahl die unmittelbare Folge. Dieser Terrorismus, der zerstören will, damit sich Gegensätze entladen, sucht sich religiöse Symbole und weltliche Orte gleichermaßen.

          Kirchen wurden übrigens auch anderswo Ziele von Anschlägen und von Vandalismus in vielerlei Form, in den Vereinigten Staaten, in Frankreich.

          Aber es gibt noch eine andere Hetze, die sich im Massenmord entlädt. Im März ermordete ein weißer Rechtsradikaler beim Sturm auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch fünfzig muslimische Gläubige. Im Internet hatte der Mann seine ebenfalls ideologisch-kulturzivilisatorisch verquaste Tat angekündigt. Das trifft auch für den Angreifer zu, der im vergangenen Jahr in einer Synagoge in Pittsburgh mordete: Der Tat ging antisemitische Hetze voraus. Diese „Ankündigungen“ müssen die Sicherheitsbehörden noch weitaus ernster nehmen als bisher. Gottes- und Gebetshäuser sind die Ziele einer neuen terroristischen Internationale. Deren Verbindung ist ein rassistisch-kultureller Opfer- und Überlegenheitswahn – und schiere Mordlust.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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