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Anschläge : Bewährungsstrafe für Attentat auf Synagoge

  • Aktualisiert am

Synagoge in Düsseldorf Bild: dpa

Mildes Urteil im Prozess um das Attentat auf die Düsseldorfer Synagoge. Vom Zentralrat der Juden kommt Kritik.

          1 Min.

          Wegen des Brandanschlags auf die Düsseldorfer Synagoge im Oktober vergangenen Jahres ist am Mittwoch ein 19-jähriger staatenloser Jordanier zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Zentralrat der Juden sprach von einem Skandal.

          Falsches Signal

          „Eine Bewährungsstrafe für diese schändliche Tat ist ein falsches Signal“, sagte der Präsident des Zentralrates, Paul Spiegel. Mit der Einstufung als Sachbeschädigung verkenne das Gericht die Wirkung, die von der Entscheidung ausgehe. Esra Cohn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs, nannte das Urteil „sehr, sehr milde“ und sagte: „Ich glaube, dass in dem Prozess etwas falsch gelaufen ist.“

          Vor dem Düsseldorfer Amtsgericht hatte Belal T. die Tat gestanden und Reue gezeigt. Er habe mit dem Anschlag ein Zeichen gegen die Gewalt der Israelis in den besetzten Gebieten setzen wollen. In seinem Schlusswort entschuldigte sich der Verurteilte bei der jüdischen Gemeinde. „Ich bereue das. Es wird nie wieder vorkommen“, sagte er. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 22 Monaten ohne Bewährung gefordert.

          Vorsatz nicht eindeutig

          Der Vorsitzende Richter begründete das relativ milde Urteil damit, dass nicht mit letzter Sicherheit bewiesen werden könne, dass Belal T. die Synagoge tatsächlich habe in Brand setzen wollen. Damit stufte das Gericht die Tat praktisch wie eine Sachbeschädigung ein. Motiv sei offenbar die Wut des Angeklagten auf die israelische Politik in den besetzten Gebieten gewesen.

          Der 19-Jährige hatte in der Nacht zum 3. Oktober 2000 zusammen mit seinem 20 Jahre alten Komplizen Khalid Z., einem gebürtigen Marokkaner mit deutschem Pass, drei selbstgebastelte Molotow-Cocktails gegen das jüdische Gotteshaus geworfen. Bei dem Anschlag entstand nur geringer Sachschaden. Verletzt wurde niemand. Trotzdem hatte die Tat damals weltweit für Aufsehen gesorgt, da sie zunächst als Tat rechtsextremer Gewalttäter angesehen und als Symbol für antisemitische Tendenzen in Deutschland interpretiert worden waren.

          Gesondertes Verfahren gegen Komplizen

          Der Prozess gegen den Komplizen des Verurteilten wird am 4. April stattfinden. Das Verfahren wurde abgetrennt, da Khalid Z. sich wenige Tage nach dem Anschlag auf die Synagoge an Krawallen vor der Alten Synagoge in Essen beteiligt hatte. Die beiden Vorwürfe sollen gemeinsam verhandelt werden.

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