https://www.faz.net/-gpf-9d37t

Ankerzentren-Kommentar : Wer wollte etwas dagegen haben?

Flüchtlingskinder in Baden-Württemberg im September 2015 (Symbolbild) Bild: dpa

Mit dem Begriff Ankerzentrum mag das Türschild getauscht worden sein für eine zentrale Asyl-Einrichtung. Im Vordergrund steht aber ein gutes Einwanderungsgesetz.

          1 Min.

          Es ist einerseits klar, welche Probleme SPD-Politiker mit den Ankerzentren haben, die Bundesinnenminister Horst Seehofer so am Herzen liegen und die in Bayern bereits aus der Taufe gehoben wurden. Andererseits finden sich diese Einrichtungen schon im Koalitionsvertrag. „Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, brauchen Asylverfahren, die schnell, umfassend und rechtssicher bearbeitet werden.“ So haben es Union und Sozialdemokraten verabredet – und wer wollte etwas dagegen haben?

          Es mag ja sein, dass zunächst nur das Türschild getauscht wird und dass ein ausgefeiltes Konzept noch auf sich warten lässt. Aber die Schaffung zentraler Einrichtungen, in denen Behörden und Justiz vertreten sind, um das gesetzte Ziel zu erreichen, das ist schon viel.

          Schnell, umfassend und rechtssicher gleichsam unter einem Dach – damit sollen Fälle wie die von Sami A. und des nach China abgeschobenen Uiguren vermieden werden. Wenn jetzt alle Länder mitziehen und ein gutes Einwanderungsgesetz beschlossen wird, dann ist die große Koalition ihrer Verantwortung gerecht geworden.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          CNN-Umfrage sieht Biden als Sieger

          Fernsehduell mit Trump : CNN-Umfrage sieht Biden als Sieger

          Einer ersten Erhebung zufolge ist es dem Präsidenten nicht gelungen, im letzten Duell mit seinem Herausforderer Boden gutzumachen. In puncto politische Führungskraft sind die Befragten jedoch gespalten.

          Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt Video-Seite öffnen

          Heimatort der Großeltern : Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt

          Anfangs sahen die Einwohner von Kallstadt in Rheinland-Pfalz die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten mit großem Interesse, denn Trumps Vorfahren stammen aus dem Winzerdorf. Inzwischen scheint das Interesse allerdings erlahmt zu sein. Ein Stimmungsbild kurz vor der Präsidentenwahl Anfang November, bei der sich Trump zur Wiederwahl stellt.

          Topmeldungen

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.