Angriffe auf Politiker :
Von Lafontaine bis Ströbele

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25. April 1990: Attentat auf Lafontaine in der Kölner Stadthalle
In Deutschland waren Politiker wiederholt Ziel von tätlichen Angriffen. Ein Überblick über die bekanntesten Fälle in Deutschland seit Beginn der 90er Jahre.

Am Donnerstag wurde der Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU) von einer 41jährigen Frau mit einem Messer verletzt. Daß Politiker immer wieder ins Visier von häufig verwirrten Einzeltätern geraten, zeigte erst im vergangenen September das tödliche Attentat auf die schwedische Außenministerin Anna Lindh. Auch in Deutschland waren Politiker wiederholt Ziel von tätlichen Angriffen. Ein Überblick über die bekanntesten Fälle in Deutschland seit Beginn der 90er Jahre.

20. September 2002: Der Grünen-Politiker Hans Christian Ströbele wird zwei Tage vor der Bundestagswahl von einem Mann von hinten mit einem Stock auf den Kopf geschlagen. Ströbele erleidet eine Gehirnerschütterung und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Der aus der rechten Szene stammende Täter wird festgenommen und zu einer Haftstrafe verurteilt.

6. Juni 2000: Die Grünen-Politikerin Angelika Beer wird nachts von einem Unbekannten auf dem Nachhauseweg in Berlin mit zwei Messerstichen am Arm verletzt. Beer hatte zuvor wiederholt Morddrohungen erhalten. Der Täter entkommt unerkannt.
13. Mai 1999: Außenminister Joschka Fischer wird auf dem Grünen-Parteitag in Bielefeld von einem Farbbeutel am Kopf getroffen. Dabei platzt sein Trommelfell. Der aus der linksautonomen Szene stammende Täter, der Fischer wegen seines Jas zum Bundeswehr-Einsatzes im Kosovo attackiert hat, stellt sich der Polizei und wird zu einer Geldstrafe verurteilt.

26. Januar 1993: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Kassel nähert sich eine Frau mit einem Messer dem damaligen SPD-Chef Björn Engholm bis auf einen Meter, bevor sie überwältigt wird. Die geistig verwirrte Frau, die voher schon durch Schmähbriefe an Politiker aufgefallen war, wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

23. November 1995: Eine geistig verwirrte Frau schleudert an einem Bahnübergang einen Brandsatz auf den Wagen des damaligen Innenminister von Sachsen-Anhalt, Manfred Püchel (SPD). Der Politiker überlebt das Attentat unverletzt. Die Frau wird kurz nach der Tat festgenommen.

12. Oktober 1990: Der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble, damals Bundesinnenminister, wird bei einer Wahlveranstaltung im badischen Oppenau angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wird überwältigt und später in die Psychiatrie eingewiesen. Schäuble ist seither gelähmt.

25. April 1990: Der damalige SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine wird bei einer Wahlkampfveranstaltung in Köln mit dem Messer am Hals verletzt. Die Täterin, eine geistig verwirrte Arzthelferin, wird kurz danach festgenommen.