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Angriff auf Schule : Dutzende Mädchen in Nigeria entführt

Den Angriff nicht verhindert: Sicherheitskräfte in Borno (Bild vom März) Bild: AFP

Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Einen Tag nach dem Attentat auf einen Busbahnhof sind im Nordosten angeblich bis zu 200 Schulmädchen verschleppt worden. Einige konnten fliehen.

          In der Ortschaft Chibok im Nordosten Nigerias soll nach Berichten von lokalen Stadtverordneten eine große Zahl von Schulkindern mutmaßlich von der radikal-islamischen Sekte Boko Haram entführt worden sein. Der Überfall auf die Mädchenschule in Chibok soll sich in der Nacht zum Dienstag zugetragen haben und damit kaum 24 Stunden nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen Busbahnhof nahe der Hauptstadt Abuja, bei dem am Montagmorgen nach vorläufigen Angaben mehr als 70 Menschen getötet worden waren. Auch für diese Tat wird Boko Haram verantwortlich gemacht.

          Thomas Scheen †

          Politischer Korrespondent für Afrika mit Sitz in Nairobi.

          Die Nachrichtenlage aus Chibok war am Dienstag konfus. Nach Angaben des für Bildung zuständigen Regionalabgeordneten Emmanuel Sam waren in der Nacht schwerbewaffnete Männer in das Internat der Schule eingedrungen und hatten alle Mädchen gezwungen, auf vier Lastwagen zu klettern. Das bestätigte eine der Schülerinnen, die von der Ladefläche springen konnte, dem Haussa-Dienst der BBC. Die Rede ist von bis zu 200 entführten Mädchen.

          Bildungseinrichtungen als Ziel

          Staatliche Bildungseinrichtungen sind ein bevorzugtes Ziel von Boko Haram. Der letzte Angriff trug sich Ende Februar zu, als Terroristen ein Internat im benachbarten Bundesstaat Yobe angegriffen und 43 Schüler getötet hatten. 16 Schülerinnen waren dabei verschleppt worden. Ihnen war angeblich gesagt worden, sie würden verheiratet werden.

          Chibok liegt im Bundesstaat Borno, der Hochburg der Sekte, deren Name übersetzt so viel heißt wie: „Bildung ist Sünde“. Die nigerianische Armee hatte im Mai vergangenen Jahres in den drei Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa eine Großoffensive gegen Stützpunkte der Sekte begonnen, ohne diese aber entscheidend schwächen zu können.

          Anfang dieses Jahres hatte der nigerianische Präsident Jonathan Goodluck nahezu die gesamte Armeeführung entlassen, weil die Rivalitäten zwischen den Teilstreitkräften ein effektives Vorgehen gegen die Terroristen behinderten. Seither hat Boko Haram sein Wirkungsfeld aber bis in die Hauptstadt ausgedehnt. Dort soll vom 7. bis zum 9. Mai zum ersten Mal das Weltwirtschaftsforum für Afrika stattfinden, zu dem sich zahlreiche Politiker angemeldet haben. Die nigerianischen Behörden hatten am Montag versichert, die Konferenz sei „sicher“.

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