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Merkel und die Einheit : Aus dem Osten? Merkt man gar nicht

Angela Merkel im Jahr 1990 am Telefon als stellvertretende ­Regierungssprecherin der Regierung de Maizière Bild: Imago

Beim Tag der Deutschen Einheit sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals explizit als Ostdeutsche. Viele fragen sich jetzt: Warum nicht früher?

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          Am Abend der Maueröffnung kam Angela Merkel wie jeden Donnerstag aus der Sauna. Auf dem Rückweg lief sie an der Bornholmer Straße vorbei, wo sich eine Menschenmenge versammelt hatte. Der Grenzübergang war offen. Dissidenten hatten den Schlagbaum aufgestemmt, standen da und blickten zurück in den Osten, in die Gesichter ihrer Mitbürger. Merkel aber, schreibt ihre Biographin Evelyn Roll, sei unbeirrt weitergelaufen, über die Grenze nach Westberlin.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
          Elena Witzeck
          Redakteurin im Feuilleton.

          Als Angela Merkel zwischen zwei politisch aufregenden Wochen in Halle ihre wohl letzte Rede zum Jahrestag der deutschen Einheit hielt, war sie als Bundeskanzlerin nur kurz zu hören. Dann sprach sie als Ostdeutsche, „als eine von gut 16 Millionen Menschen, die in der DDR ein Leben gelebt haben“. So persönlich hatte man sie als Ministerin und Bundeskanzlerin nie gehört. Sie redete von denen, die mit Mut und großem Risiko erst die Voraussetzung für die Wiedervereinigung schufen, von Vielfalt und Unterschieden, die Ausdruck gelebter Freiheit seien.

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