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Kanzlerin trotzt Trump : „Wir müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht im Mai 2017 bei einer CSU-Veranstaltung in München-Trudering. Bild: Reuters

Angela Merkel ist enttäuscht von den mageren Ergebnissen des G-7-Gipfels – vor allem aber von Donald Trump. Zum Besuch der CSU in München hat sie eine klare Botschaft mitgebracht.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich nach dem enttäuschenden G-7-Gipfel nicht mehr auf die Vereinigten Staaten als Partner verlassen. „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt“, sagte Merkel am Sonntag in einer Bierzeltrede in München-Trudering. „Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in die eigene Hand nehmen.“

          Merkel bezog sich mit ihren Worten auf die neue amerikanische Regierung von Donald Trump, sie bezog aber auch den bevorstehenden Brexit Großbritanniens mit ein. Es müsse natürlich bei der Freundschaft zu den Vereinigten Staaten und Großbritannien bleiben. „Aber wir müssen wissen, wir müssen selber für unser Schicksal kämpfen.“ Dabei gab sie einem guten Verhältnis zu Frankreich unter dem neuen Präsidenten Emmanuel Macron eine besondere Bedeutung.

          Beim G7-Gipfel in Italien hatten die Staats- und Regierungschef am Freitag und Samstag kaum Fortschritte erzielt. Die großen Industrienationen scheiterten mit dem Versuch, Trump ein Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzvertrag abzuringen. Eine endgültige Entscheidung dazu will er nächste Woche treffen. Gesichtswahrende Formulierungen fanden die G7 in letzter Minute zum Thema Handel.

          Merkel holte mit ihrer Bierzeltrede am Sonntag einen eigentlich für Dienstagabend geplanten Termin mit CSU-Chef Horst Seehofer nach; dieser war wegen des Anschlags von Manchester kurzfristig abgesagt worden.

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          Das Treffen soll auch als äußeres Zeichen dafür stehen, dass der mit harten Bandagen geführte Streit der Schwesterparteien über die Flüchtlingspolitik beigelegt ist – auch wenn es etwa bei der CSU-Forderung nach einer Obergrenze nach wie vor keine Annäherung gibt.

          Seehofer sagte in seiner Rede zum Binnenverhältnis der Schwesterparteien, „es läuft sehr gut, wir werden gemeinsam diesen Wahlkampf bestreiten“. Die Union werde im Wahlkampf den Menschen „Sicherheit und Wohlstand“ zusagen.

          Trotz brütender Hitze war das Festzelt mit 2300 Menschen voll gefüllt. Mehrere hundert Menschen fanden keinen Platz mehr im Zelt und hörten von draußen zu.

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