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Angela Merkel : Wissen bis zuletzt

  • -Aktualisiert am

Angela Merkel am Samstag im Gespräch mit dem Betreiber eines Souvenirladens in Stralsund Bild: dpa

Der Wahlkampf mache ihr Spaß, hat Angela Merkel vor einigen Wochen erklärt. Sie führte ihn in der Erwartung, dass sie Kanzlerin bleiben kann - welche Koalition auch immer sie anführt.

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          Die womöglich ruhigsten Stunden der vergangenen Wochen verbringt Angela Merkel an diesem Sonntagmorgen, wenngleich sie am Vortag der Wahl von ein wenig Nervosität gesprochen hatte. Mit ihrem Mann, Joachim Sauer, konnte sie in Ruhe frühstücken. Erst gegen 13 Uhr musste sie die Wohnung verlassen. Ganz offiziell ist vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung der Termin der „Stimmabgabe von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Bundestagswahl 2013“ angekündigt worden. Um 13.30 Uhr sollte er sein, im Wahllokal 228, welches in der Mitte Berlins liegt.

          Ganz, wie es Angela Merkel in ihren Dutzenden Wahlkampfreden von ihren Anhängern verlangt hatte, kämpfte sie bis zum Schluss um jede Stimme für sie - damit sie das Land weiterhin als Bundeskanzlerin führen könne. Einen warnenden Hinweis gab es auch: „Sollte das Medieninteresse die Kapazitäten des Wahllokals überschreiten, muss vor Ort durch die Medienbetreuung des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung eine Zugangsbeschränkung erfolgen, um den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl sicherzustellen.“

          Ein Wahlkampf, der ihr Spaß macht

          Die Ankündigung zeigte, dass für die CDU-Vorsitzende von da an die sonntägliche Ruhe beendet sein wird. Für den Nachmittag hat sie sich mit Vertrauten im Bundeskanzleramt verabredet. Später dann, wenn die Wahllokale bald schließen würden, wollte sie im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Parteizentrale, die weiteren Vorgespräche führen. Mittlerweile ist es so, dass die Spitzenpolitiker der Parteien - auf welchen Wegen auch immer - früher als die anderen Wähler die Prognosen der Umfrageinstitute erhalten, die um 18 Uhr, also nach Schließung der Wahllokale, veröffentlicht werden.

          Angela Merkel und ihr Mann Joachim Sauer gaben am Sonntagmittag in Berlin ihre Stimmen ab Bilderstrecke
          Angela Merkel und ihr Mann Joachim Sauer gaben am Sonntagmittag in Berlin ihre Stimmen ab :

          Der Wahlkampf mache ihr Spaß, hatte Angela Merkel in den zurückliegenden Wochen einmal gesagt, als sie von einer geneigten Moderatorin gefragt wurde, warum sie so gut aussehe. Das passte auch zu ihrer Aussage, eigentlich erhole sie sich bei der Arbeit - in diesem Falle also bei den politischen Geschäften.

          Das Schöne für sie im Wahlkampf war von Anfang an, dass sie ihn in der Erwartung führen konnte, auch nach diesem Sonntag ihr Büro an der Berliner Willy-Brandt-Straße 1 werde behalten können. So lautet die Adresse des Bundeskanzleramtes.

          Keine persönlichen Angriffe

          Merkel verfolgte vor allem das Ziel, dass gegen CDU und CSU, also auch gegen sie selbst, keine Mehrheit gebildet werden konnte. Die Umfragen bestätigten das bis zu ihrem eigenen Gang ins Wahllokal. Entweder werde es, so wurde vorausgesagt, zu einer Fortsetzung der schwarz-gelben Bundesregierung kommen. Oder es würde eben eine große Koalition gebildet werden können. Nötigenfalls komme auch ein schwarz-grünes Bündnis in Betracht.

          Merkel hatte den Wahlkampf so geführt. Sie verzichtete auf persönliche Angriffe gegen Peer Steinbrück und sogar gegen Jürgen Trittin. Natürlich warb sie auch noch am Samstag bei ihren Wahlkampfauftritten morgens in Berlin und nachmittags dann in Stralsund um beide Stimmen. Allenfalls ihr Bekenntnis, sie wolle die Koalition mit der FDP fortsetzen, konnte als indirekte Aufforderung verstanden werden, CDU-Anhänger könnten bei der Stimmabgabe auch an die immer schwächer werdende FDP denken. Bis zu ihrem letzten Wahlkampfauftritt 2013 - am Samstag in Stralsund - forderte sie aber ihre Anhänger auf, beide Stimmen der CDU zu geben.

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