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Stabschef bestätigt : Merkel besuchte Nawalnyj im Krankenhaus

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang September auf dem Weg zu einer Pressekonferenz (mit dem schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven, links), bei der es um den Fall Nawalnyj ging Bild: dpa

Der Stabschef des vergifteten russischen Oppositionellen Alexej Nawalnyj hat einen Besuch der Bundeskanzlerin im Krankenhaus bestätigt. Das Treffen sei nicht geheim, sondern eher privat gewesen, schrieb Nawalnyj auf Twitter.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich offenbar laufend über den Fortschritt der Genesung des vergifteten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny berichten. „Soviel ich weiß, verfolgt sie es ganz eng und wird ganz gut informiert“, sagte der Stabschefs Nawalnys, Leonid Wolkow, am Montag im Sender RTL/ntv. Nach Informationen aus deutschen Regierungskreisen habe Merkel Nawalny während seines Krankenhaus-Aufenthaltes einmal besucht, hieß es in dem Bericht weiter.

          „Ich bin Kanzlerin Merkel sehr dankbar, dass sie mich im Krankenhaus besucht hat“, schrieb Nawalny auf Twitter. Es sei kein geheimes Treffen gewesen, Merkel habe sich auch mit seiner Familie unterhalten. Das Magazin „Der Spiegel" hatte zuvor über den Besuch Merkels berichtet und geschrieben, der Fall zeige immer mehr „Elemente eines Polit-Thrillers“. Merkel habe den Oppositionspolitiker „heimlich" an seinem Krankenbett besucht.

          Nawalny erhole sich weiterhin in Berlin und habe das Krankenhaus mittlerweile auch wieder verlassen, sagte Wolkow weiter. Die Behandlung sei aber noch nicht abgeschlossen. „Die Genesung ist wirklich schneller als erwartet, und das ist natürlich eine gute Nachricht. Die Ärzte sind sehr zufrieden“, sagte Wolkow. Bleibende Schäden nach der Nowitschok-Vergiftung Nawalnys könnten die Ärzte aber derzeit noch nicht ausschließen.

          Starker Personenschutz für Nawalnyj

          Nawalny werde rund um die Uhr bewacht. „Ich persönlich glaube nicht, dass ein weiterer Anschlag in Berlin passieren kann“, fügte der Stabschef hinzu. „Aber wir sehen auch, der Personenschutz hat eine andere Meinung. Er wird ziemlich stark bewacht.“

          Nawalny wolle weiterhin nach seiner Genesung nach Russland zurückkehren, sagte Wolkow weiter. Er sei nicht lebensmüde. Aber die politische Aktivität, die Alexej Nawalny verfolgt habe, könne nicht vom Ausland aus gemacht werden. „Er will zurück nach Russland, und wir sollen durchdenken, wie es jetzt mit einem weiteren Leben in Russland funktioniert“. Das werde nicht so einfach.

          Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet, Merkel habe den russischen Oppositionspolitiker in einer streng geheimen Aktion am Krankenbett in der Berliner Charité besucht. Dort war Nawalny nach dem Versuch, ihn mit dem Nervengift Nowitschok zu töten, behandelt worden. Merkel hatte den Anschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny scharf verurteilt und die russische Regierung aufgefordert, sich dazu zu erklären. Moskau weist jede Schuld am Gesundheitszustand des prominenten Kritikers von Staatschef Wladimir Putin zurück.

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