https://www.faz.net/-gpf-2ez0

Analyse : Friedenshoffnungen im „Afrikanischen Weltkrieg“

  • -Aktualisiert am

Äthiopier auf besetztem Boden Bild: dpa

Friedensschluss in Algier, Kämpfe im Kongo: Afrika ist zerrissen zwischen Friedenshoffnung und Krieg. Die Präsidenten Eritreas und Äthiopien unterzeichnen in Algerien einen Friedensvertrag.

          Nun also doch: Nach unzähligen misslungenen Vermittlungsversuchen und zähen Verhandlungen unterzeichnen Eritrea und Äthiopien am Dienstag in Algier einen Friedensvertrag. Sie besiegeln das Ende ihres mehr als zwei Jahre dauernden Grenzkriegs.

          Während in der nordafrikanischen Hauptstadt im Beisein von UN-Generalsekretär Kofi Annan und der amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright gefeiert wird, verschärfen sich im Kongo die Kämpfe zwischen den Truppen Präsident Laurent-Désiré Kabilas und der Rebellenorganisation „Kongolesische Sammlung für Demokratie“ (RCD). Die Hoffnung, der Frieden am Horn von Afrika könne sich förderlich auf die Verhandlungen im Kongo auswirken, scheint zerschlagen.

          Kein Ende des „Afrikanischen Weltkriegs“

          Statt dessen tobt der „afrikanische Weltkrieg“, wie Albright den Kongo-Konflikt nannte, mit unverminderter Härte weiter. Rebellentruppen bedrohen mit ihren Verbündeten aus Uganda und Ruanda die Stadt Lumbumbashi in der südkongolesischen Diamantenprovinz Katanga. Kabilas Soldaten, aber auch Tausende verbündete Soldaten aus Zimbawe, haben sich in das neutrale Sambia abgesetzt. Auch ruandische und burundische Hutu-Milizen, ebenfalls Verbündete Kabilas, sind auf dem ungeordneten Rückzug. Dazwischen fliehen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 100.000 Menschen in Richtung Sambia.

          Bruch in der Geschichte

          Die Kriege im Kongo und am Horn von Afrika bedeuten einen tiefen Schnitt in der Geschichte des modernen Afrikas. Verspätet halten die gewaltsamen Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts Einzug im schwarzen Kontinent. Erstmals zogen im Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea Massenheere gegeneinander, die sich mit bisher ungeahnter Feuerkraft bekämpften. Beobachter verglichen die Schauplätze des Krieges mit den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Tausende von Soldaten starben während wochenlanger Materialschlachten in den Schützengräben. Mehr als ein Jahr lang bewegte sich die Front auf einer Breite von wenigen Kilometern hin und her. Erst als im Frühjahr dieses Jahres die Reserven des vier Millionen Einwohner kleinen Eritreas ausgingen, gelang es dem Äthiopien, tief ins Nachbarland einzudringen und große, meist unfruchtbare Bergregionen zu besetzen.

          Rivalität der Rebellen

          Seinen Ursprung fand der Krieg vor mehr als zwanzig Jahren in der Rebellion der äthiopischen Nordprovinzen Tigre und Eritrea gegen das sozialistische Regime von Mengistu Haile Mariam. Die Führer von Tigre, Meles Zenawi, und Eritrea, Isaias Afwerki, vertrieben Mengistu gemeinsam von der Macht. Friedlich spaltete sich Eritrea anschließend von Äthiopien ab und wurde in kurzer Zeit zum Musterland Afrikas. Doch die Rivalität der Führer beider Länder blieb erhalten und gilt neben wirtschaftlichen Interessen heute als wichtigster Grund des Krieges.

          Vom Aufständischen zum Alleinherrscher

          Weitere Themen

          Greta spricht in New York

          Klimastreik in Amerika : Greta spricht in New York

          An hunderten Orten sind auch in den Vereinigten Staaten Schüler und andere Demonstranten auf die Straße gegangen. Etwa 250.000 Menschen waren es in New York, wo eine bestimmte Berufsgruppe allerdings nicht teilnehmen durfte.

          Topmeldungen

          Die meisten Manager finden ihren Job heute schwerer als früher (Symbolbild).

          Studie : Fast niemand will mehr Manager werden

          Es breitet sich die Manager-Müdigkeit aus: Beruflich wollen in Zukunft nur noch wenige eine Führungsposition übernehmen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren mahnen die Unternehmen auf zu handeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.