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Andreas Ross (anr.)

Amok in Amerika : Ohne Hoffnung

  • -Aktualisiert am

„Wir stehen zusammen“: Ein Plakat in der Nähe des Tatorts in El Paso (Texas) Bild: AFP

Niemand glaubt, dass eine neue Runde „Genug-ist-genug“-Parolen mehr Wirkung entfaltet als all die früheren Appelle. Trumps Gerede bleibt derweil brandgefährlich.

          Es ist schwer, vor lauter Amokläufen und Attentaten in Amerika nicht in Zynismus zu versinken. Binnen dreizehn Stunden wurden in El Paso und Dayton 29 Personen von grotesk hochgerüsteten Männern erschossen. Doch niemand glaubt, dass eine neue Runde „Genug-ist-genug“-Parolen mehr Wirkung entfaltet als all die früheren Appelle nach Massakern in Schulen, Kirchen oder Synagogen, auf Konzerten oder Volksfesten.

          Sollte der Mörder von Dayton nicht wie der von El Paso zur Riege der Rassisten gehören, so müsste Präsident Trump, auch das ein zynischer Gedanke, für das zweite Blutbad regelrecht dankbar sein. Dann wird es leichter, die Debatte in die ausgetretenen Bahnen des Waffenrechtszanks zu lenken.

          Das ist politisch risikolos, weil die Fronten geklärt sind und die Leute abgestumpft. Werden sich wenigstens ein paar Republikaner trauen, den Präsidenten an seine Verantwortung zu erinnern? Sein Gerede über eine bedrohliche „Invasion“ an der Südgrenze und seine Unterstellung, die demokratische Wählerschaft bestehe großteils aus illegalen Einwanderern, sind infam und brandgefährlich.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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