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Aminata Touré : Ausreichend pragmatisch?

Sie bezeichnet sich als links und pragmatisch: Aminata Touré Bild: dpa

Wenn die CDU in Kiel mit den Grünen regieren will, muss sie beim Koalitionspartner auch auf sie vertrauen: Aminata Touré

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          Wenn die CDU in Schleswig-Holstein die nächsten fünf Jahre mit den Grünen regieren will, kommt es für sie auch auf zwei Frauen beim Koalitionspartner an. Der einen gehört noch die Gegenwart bei den Grünen: Seit 2012 ist Monika Heinold Finanzministerin und hat schon bewiesen, dass sie ganz unaufgeregt alles im Sinne der jeweiligen Koalition in Kiel im Griff hat. Die andere ist Aminata Touré, ihr gehört die Zukunft bei den Grünen. Gemeinsam traten sie zur Wahl auf Listenplatz eins und zwei an, und auch jetzt gehen sie jeden Schritt zur Koalition gemeinsam. Und während die CDU sich gewiss sein kann, was sie mit Heinold erwartet, könnte es mit Touré schon etwas komplizierter werden.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Touré wurde 1992 in Neumünster geboren, ihre Eltern waren nach einem Putsch in Mali nach Deutschland geflohen. Touré ist damit aber nicht nur knapp 34 Jahre jünger als Heinold, auch ihr Weg in die Politik und zu den Grünen unterscheidet sich erheblich. Heinold kam einst zu einer jungen Partei, um die Lebensgrundlagen für die Menschen zu bewahren, und leitet daraus bis heute den unbedingten Willen ab, regieren zu wollen, weil sich nur so etwas ändert. Touré kam zu den Grünen, so erzählte sie es bei einem Treffen im Wahlkampf, weil sie eine Gesellschaftspolitik habe gestalten wollen, hinter der sie stehen könne. Sie bezeichnet sich als links, und als sie das erste Mal auf die Straße ging, demonstrierte sie gegen die Bildungspolitik eines schwarz-gelben Bündnisses. 2012 kam sie zu den Grünen, und als sie schon 2017 bei den Verhandlungen zur Jamaika-Koalition mit CDU und FDP dabei gewesen war, sei das am ersten Tag noch der Horror für sie gewesen, hatte sie erzählt. Dafür sei sie eigentlich nicht in die Partei eingetreten. Aber sie sei auch immer eine pragmatische Politikerin gewesen, und so habe man mit Überzeugung für die eigenen Themen gekämpft, „und wir haben ja auch viel durchbekommen“.

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