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Angriff auf syrische Flugbasis : US-Verteidigungsminister: Militärische Schritte gegen Assad nicht ausgeschlossen

  • Aktualisiert am

Israelische F-15-Kampfflugzeuge bei einer Übung Bild: AFP

Das russische Verteidigungsministerium berichtet, israelische Kampfflugzeuge hätten Raketen auf eine syrische Militärbasis abgefeuert. Israel äußert sich nicht. Inzwischen reagierten auch die Vereinigten Staaten – und erwägen ebenfalls eine Intervention.

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          Die Vereinigten Staaten halten sich nach dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die syrische Rebellenenklave Duma bei Damaskus auch die Option eines Militärschlags gegen Syrien offen. „Im Augenblick schließe ich nichts aus“, sagte Verteidigungsminister Jim Mattis am Montag in Washington auf die Frage nach eventuellen Luftangriffen auf syrische Ziele. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte am Sonntag mit Vergeltung für den Angriff in Duma gedroht. Für den Chemiewaffenangriff werde „ein hoher Preis zu zahlen“ sein, sagte er.

          Offenbar war der Angriff auf eine Militärbasis des Assad-Regimes in der Region Homs bereits eine Reaktion auf diese Attacke. Russland wirft Israel vor, für den mutmaßlichen Angriff in der Nacht zum Montag verantwortlich zu sein. Zwei israelische Kampfjets vom Typ F-15 hätten in der Nacht zum Montag aus dem libanesischen Luftraum heraus acht Raketen auf den Flugplatz T4 abgefeuert, teilte das Verteidigungsministerium den Agenturen Tass und Interfax zufolge am Montag in Moskau mit. Fünf der Raketen davon seien von der syrischen Luftverteidigung abgewehrt worden. Die drei anderen hätten den westlichen Teil des Geländes getroffen, hieß es. Ein israelischer Militärsprecher sagte, er könne sich zu den Angaben nicht äußern. Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, israelische Jets hätten mehrere Raketen auf Syrien abgeschossen.

          Zuvor hatte Frankreich eine Beteiligung dementiert. Nach eigenen Angaben sie das Land nicht an der Bombardierung beteiligt gewesen. „Wir waren es nicht“, sagte ein Sprecher des französischen Generalstabs am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Der Generalstab war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Auch die Vereinigten Staaten wiesen jegliche Beteiligung zurück. Nach einem mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Armee auf die von Rebellen noch kontrollierte Stadt Duma in der Region Ost-Ghouta hatten der amerikanische Präsident Donald Trump und sein französisches Gegenüber Emmanuel Macron am Sonntag miteinander telefoniert. Die beiden Staatsmänner hätten sich darauf verständigt, dass die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad zur Verantwortung gezogen werden müsse, hatte es aus dem Weißen Haus und dem Élyséepalast danach geheißen.

          Zudem berichtet die iranische Nachrichtenagentur Fars, dass bereits am 3. April ein russisches Kriegsschiff auf direkter Route zum syrischen Hafen Tartus gesichtet worden sei. An Bord habe sich ein großes Arsenal an Panzern und anderen schweren Waffensystemen befunden. Es wird gemutmaßt, dass die russische Lieferung im Zusammenhang mit der angekündigten Großoffensive der syrischen Regierungstruppen im Süden des Landes steht, explizit in den Provinzen Dara'a und Quneitra.

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