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Alternative für Deutschland : Lucke: Hessen-Vorsitzender Bartz soll zurücktreten

  • Aktualisiert am

Bernd Lucke Bild: dpa

Der Streit in der „Alternative für Deutschland“ eskaliert weiter: Parteisprecher Bernd Lucke drängt den hessischen Vorsitzenden Volker Bartz zum Rücktritt und droht im F.A.Z.-Interview mit einem Abwahlantrag.

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          Der Sprecher der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat den hessischen Landesvorsitzenden seiner Partei, Volker Bartz, zum Rücktritt gedrängt. Bartz hatte eine Frist des Bundesvorstandes verstreichen lassen, einen Nachweis über den von ihm geführten Doktor- und Professorentitel zu erbringen. „Wenn Herr Bartz bei seiner Haltung bleibt, wird der Bundesvorstand eine Parteiordnungsmaßnahme verhängen, und vermutlich wird es auf dem Landesparteitag einen Abwahlantrag geben“, sagte Lucke im Gespräch mit der F.A.Z.

          Lucke bestätigte, Bartz in einer E-Mail einen freiwilligen Rücktritt empfohlen zu haben. Damit solle Bartz einem Bekanntwerden von angeblichen beruflichen Verfehlungen in seiner Vergangenheit zuvorkommen, die Lucke zugespielt wurden. Bartz solle bedenken, welchen „Auswirkungen“ eine „öffentliche Beschädigung“ für seine Frau und seine Kinder hätte, schrieb Lucke in der E-Mail, die der F.A.Z. vorliegt. Er, Lucke, habe die Informationen an niemanden weitergegeben, er warne aber davor zu warten, bis die Vorwürfe „gravierender“ würden. Bartz bestritt in seiner Antwort an Lucke jegliche berufliche Verfehlung und zitierte, offenbar um nicht selbst zu sprechen, seine Ehefrau mit der Frage: „Arbeitet so nicht die Mafia?“

          Volker Bartz
          Volker Bartz : Bild: Jens Joachim

          Über die andauernden Querelen in seiner Partei sagte Lucke, er habe die „Verschiedenheit von Persönlichkeiten unterschätzt“. Manche Parteimitglieder seien „sehr überzeugt von der Richtigkeit ihrer Ansichten“.

          Nach mehreren Neuwahlen von Landesvorständen befinde sich die Partei nun einem Prozess der „Selbsterneuerung“, sagte Lucke der F.A.Z. „Wir haben Vorstände gewählt und Teams gebildet, ohne uns richtig zu kennen. Da harmonierten dann manche Personen nicht, und deshalb sind wir jetzt ziemlich erfolgreich durch eine Reihe von personellen Erneuerungen gegangen.“ Man kenne mittlerweile Mitglieder, die „etwas schrullige Ansichten“ verträten. Diese würden nicht mehr ernst genommen. „Es gibt Probleme in der Partei“, sagte Lucke, „aber es gibt auch viele Bereiche, in den gut und ruhig gearbeitet wird.“

          Das vollständige Gespräch mit Bernd Lucke lesen Sie in der Frankfurter Allgmeinen Zeitung vom 27. Dezember auf Seite 4.

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