https://www.faz.net/-gpf-7kset

Alternative für Deutschland : Lucke: Hessen-Vorsitzender Bartz soll zurücktreten

  • Aktualisiert am

Bernd Lucke Bild: dpa

Der Streit in der „Alternative für Deutschland“ eskaliert weiter: Parteisprecher Bernd Lucke drängt den hessischen Vorsitzenden Volker Bartz zum Rücktritt und droht im F.A.Z.-Interview mit einem Abwahlantrag.

          1 Min.

          Der Sprecher der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat den hessischen Landesvorsitzenden seiner Partei, Volker Bartz, zum Rücktritt gedrängt. Bartz hatte eine Frist des Bundesvorstandes verstreichen lassen, einen Nachweis über den von ihm geführten Doktor- und Professorentitel zu erbringen. „Wenn Herr Bartz bei seiner Haltung bleibt, wird der Bundesvorstand eine Parteiordnungsmaßnahme verhängen, und vermutlich wird es auf dem Landesparteitag einen Abwahlantrag geben“, sagte Lucke im Gespräch mit der F.A.Z.

          Lucke bestätigte, Bartz in einer E-Mail einen freiwilligen Rücktritt empfohlen zu haben. Damit solle Bartz einem Bekanntwerden von angeblichen beruflichen Verfehlungen in seiner Vergangenheit zuvorkommen, die Lucke zugespielt wurden. Bartz solle bedenken, welchen „Auswirkungen“ eine „öffentliche Beschädigung“ für seine Frau und seine Kinder hätte, schrieb Lucke in der E-Mail, die der F.A.Z. vorliegt. Er, Lucke, habe die Informationen an niemanden weitergegeben, er warne aber davor zu warten, bis die Vorwürfe „gravierender“ würden. Bartz bestritt in seiner Antwort an Lucke jegliche berufliche Verfehlung und zitierte, offenbar um nicht selbst zu sprechen, seine Ehefrau mit der Frage: „Arbeitet so nicht die Mafia?“

          Volker Bartz
          Volker Bartz : Bild: Jens Joachim

          Über die andauernden Querelen in seiner Partei sagte Lucke, er habe die „Verschiedenheit von Persönlichkeiten unterschätzt“. Manche Parteimitglieder seien „sehr überzeugt von der Richtigkeit ihrer Ansichten“.

          Nach mehreren Neuwahlen von Landesvorständen befinde sich die Partei nun einem Prozess der „Selbsterneuerung“, sagte Lucke der F.A.Z. „Wir haben Vorstände gewählt und Teams gebildet, ohne uns richtig zu kennen. Da harmonierten dann manche Personen nicht, und deshalb sind wir jetzt ziemlich erfolgreich durch eine Reihe von personellen Erneuerungen gegangen.“ Man kenne mittlerweile Mitglieder, die „etwas schrullige Ansichten“ verträten. Diese würden nicht mehr ernst genommen. „Es gibt Probleme in der Partei“, sagte Lucke, „aber es gibt auch viele Bereiche, in den gut und ruhig gearbeitet wird.“

          Das vollständige Gespräch mit Bernd Lucke lesen Sie in der Frankfurter Allgmeinen Zeitung vom 27. Dezember auf Seite 4.

          Weitere Themen

          „Dieses Weihnachten wird sehr anders“ Video-Seite öffnen

          Von der Leyen : „Dieses Weihnachten wird sehr anders“

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stimmt die Bürger der Gemeinschaft angesichts der Corona-Pandemie auf ein „sehr anderes Weihnachten“ ein. Europa stecke mitten in der zweiten Corona-Welle und der Ausgang der Krise hänge von jedem einzelnen ab, sagte von der Leyen.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Merkel mit Berlins Bürgermeister Müller (links) und Bayerns Ministerpräsident Söder (rechts) vor der Pressekonferenz

          Neue Corona-Regeln ab Montag : Merkel verkündet „nationale Kraftanstrengung“

          Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich verständigt: Im November wird das Land in eine Art „Lockdown light“ versetzt. Restaurants werden geschlossen, Veranstaltungen und private Hotelübernachtungen verboten, Kontakte beschränkt. Alle stünden hinter dieser Entscheidung.
          Der F.A.Z. Wissen Podcast mit Joachim Müller-Jung und Sibylle Anderl 25:57

          F.A.Z. Wissen – der Podcast : Wo geschehen die Corona-Ansteckungen?

          Während die Infektionszahlen in die Höhe schnellen, stellt sich dringlicher denn je die Frage nach den Ansteckungswegen. Was weiß man mittlerweile darüber, wie und wo Sars-CoV-2 weitergegeben wird?
          Im Krisenmodus: Aktienhändler im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse

          Dax bricht ein : Die Angst der Anleger vor dem Worst Case

          Steigende Infektionen und das wiederholte Herunterfahren der Wirtschaft lassen die Aktienkurse einbrechen. Noch ist es weniger schlimm als im Crash-Monat März.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.