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Alois Glück Präsident des ZdK : „Große intellektuelle und menschliche Qualitäten“

  • Aktualisiert am

Alois Glück: „Mit Papieren allein ist nichts gewonnen” Bild: dpa

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat den CSU-Politiker Alois Glück zu seinem Vorsitzenden gewählt. Glück wurde mit 169 von 189 Stimmen zum Nachfolger des vormaligen sächsischen Wissenschaftsministers Hans-Joachim Meyer bestimmt.

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          Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat am Freitag den CSU-Politiker Alois Glück zu seinem Vorsitzenden gewählt. Der langjährige Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, der im Jahr 2008 nach fünf Jahren als Landtagspräsident aus allen öffentlichen Ämtern ausgeschieden war, wurde mit 169 von 189 Stimmen zum Nachfolger des vormaligen sächsischen Wissenschaftsministers Hans-Joachim Meyer bestimmt, der nach zwölf Jahren an der Spitze des von den Bischöfen als Vertretung der katholischen Laien anerkannten Gremiums nicht mehr kandidiert hatte.

          Der Freiburger Erzbischof Zollitsch bestätigte umgehend die Wahl des ZdK und würdigte den neuen Vorsitzenden als eine innerhalb wie außerhalb der Kirche hoch angesehene Persönlichkeit mit den Worten: „Sie haben während ihrer langen politischen Tätigkeit große intellektuelle und menschliche Qualitäten gezeigt, die Sie nun zum Nutzen der Kirche in Deutschland in die neue Aufgabe einbringen.“

          Zollitsch bekundet „Anerkennung“

          Nur indirekt ging Zollitsch in seinem Glückwunschschreiben auf die Umstände ein, die zu der Wahl Glücks geführt hatten. So umschrieb Zollitsch seine persönliche Haltung gegenüber dem ZdK mit dem Wort „Wertschätzung“. Namens der Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz bekundete Zollitsch „Anerkennung“. Unterschiedliche Auffassungen über Bedeutung und Wirkung des ZdK und Vorbehalten gegenüber dem ursprünglich als Nachfolger Meyers nominierten Vizepräsidenten Brockmann hatten dazu geführt, dass Brockmann im April die satzungsgemäß notwendige Approbation durch mindestens zwei Drittel der Diözesanbischöfe verfehlte. Der Wahl Glücks stellten sich die Bischöfe nicht mehr in den Weg, auch wenn der CSU-Politiker zu den einflussreichsten Unterstützern des Vereins „Donum vitae“ gehört hat, der seit 1999 jene katholisch geprägte Schwangerenkonfliktberatung fortsetzt, die die deutschen Bischöfe auf Weisung aus Rom einstellten.

          Vor diesem Hintergrund gab Meyer vor der Wahl Glücks bekannt, dass jener als ZdK-Präsident keine Aufgaben innerhalb des Vereins „Donum vitae“ wahrnehmen wolle. Überdies rechtfertigte er das Eintreten vieler Laien für die Schwangerenkonfliktberatung im Rahmen des geltenden Rechts als eine Gewissenspflicht, um möglichst viele Kinder davor zu retten, abgetrieben zu werden. Daher richte sich Donum vitae auch nicht gegen den Papst oder die Bischöfe. „Es bleibt ein Dissens“, sagte Meyer im Rückblick auf seine Präsidentschaft, während der Donum vitae aus dem Zentralkomitee heraus gegründet wurde. „Damit müssen wir so umgehen, dass er möglichst wenig schmerzt“, sagte Meyer.

          „Es geht nicht nur um christliche Werte“

          Glück beschrieb den Reiz seines neuen Amtes mit den Worten, die Vielfalt des katholischen Lebens so zusammenzuführen, dass katholische Werte und Überzeugungen in Politik und Gesellschaft Wirkung entfalten könnten. Diese Aufgabe verlange die Fähigkeit zu moderieren, aber auch Führungsstärke.

          Einen Gegensatz zwischen innerkirchlichem und gesellschaftlichen und öffentlichen Engagement des ZdK konnte Glück nicht erkennen. Sein Schwerpunkt liege jedoch klar auf letzterem. „Mit Papieren allein ist nichts gewonnen“ sagte Glück im Blick auf das ZdK, diagnostizierte aber gleichzeitig bei Klerus und Bischöfen einen Mangel an Ermutigung zum „Weltdienst“ der Christen. „Es geht nicht nur um christliche Werte, es gibt auch zu wenige Christen in der Gesellschaft, die für diese Werte mit Kompass, Kompetenz und Kompromissbereitschaft eintreten“, sagte Glück.

          Außer dem Präsidenten standen am Freitag zahlreiche weitere Persönlichkeiten für Ämter innerhalb des ZdK zur Wahl. Zu einer der vier Vizepräsidenten gewählt wurde die SPD-Politikerin Kortmann. Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Laschet (CDU) hatte das Nachsehen.

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