https://www.faz.net/-gpf-aavc9

Allensbach-Umfrage zur EU : Brüssel muss besser werden

  • -Aktualisiert am

Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (links) und Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides Mitte Februar auf dem Weg zu einer Debatte im Europäischen Parlament über das einheitliche Vorgehen bei den Corona-Impfungen Bild: dpa

Die Deutschen sind weiter als viele der Leute, die in Brüssel arbeiten: Sie sind für die EU, aber sie üben berechtigte Kritik an deren Institutionen.

          1 Min.

          Der Politikbetrieb der EU war schon immer von einer gewissen Selbstbezogenheit und einer Neigung zum Paternalismus geprägt. Viele von denen, die in der Kommission, im Rat oder im Parlament arbeiten, sehen sich als Diener einer guten Sache. Sachkritik wird oft als Kritik an der europäischen Einigung abgetan und nicht immer ernst genommen.

          Die deutschen Bürger sind da weiter, wie die jüngste Allensbach-Umfrage zeigt. Sie unterscheiden sehr genau zwischen den (immer noch unbestreitbaren) Vorzügen der Integration und dem aktuellen Missmanagement der EU in der Corona-Krise. Das ist im Grundsatz ein Fortschritt, denn damit schütten sie nicht das Kind mit dem Bade aus, so wie es viele der neuen europäischen Nationalisten tun.

          Gute Ergebnisse liefern

          Das bedeutet allerdings auch, dass die Institutionen der EU wesentlich besser arbeiten müssen. Im Jahr 2021 reicht es nicht mehr, dass etwas im Geiste Schumans oder Delors‘ beschlossen wurde, schon gar nicht in einer Pandemie. Gerade die Kommission und ihre Führung müssen auch gute Ergebnisse liefern, denn sie kommen dem, was eine Regierung ist, im komplizierten System der EU am nächsten.

          Ursula von der Leyen hat da jüngst nicht nur bei der Impfstoffbeschaffung eine schlechte Figur gemacht, sondern auch beim kindischen Streit über die Sitzordnung im türkischen Präsidentenpalast. Sie dient 450 Millionen Bürgern, die weiß Gott größere Probleme haben als die Protokollfragen des Brüsseler Europaviertels.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          „Es geht ihnen nicht um Koexistenz“

          Ausschreitungen in Israel : „Es geht ihnen nicht um Koexistenz“

          Nach den Unruhen in Jerusalem ist die Gewalt in vielen gemischten Orten in Israel eskaliert. Besonders schlimm war es in Lod, einer Achtzigtausend-Einwohner-Stadt, in der jeder Dritte einen arabischen Hintergrund hat.

          Topmeldungen

          Israelische Polizisten bei einer Demonstration am 12. Mai in Lod

          Ausschreitungen in Israel : „Es geht ihnen nicht um Koexistenz“

          Nach den Unruhen in Jerusalem ist die Gewalt in vielen gemischten Orten in Israel eskaliert. Besonders schlimm war es in Lod, einer Achtzigtausend-Einwohner-Stadt, in der jeder Dritte einen arabischen Hintergrund hat.
          Streitobjekt in der Klimadebatte: Lufthansa-Flugzeug landet in Frankfurt.

          Klimadebatte : Der Zug ist im Inland günstiger als der Flug

          Keine Inlandsflüge und keine Billigtickets mehr – mit diesen Forderungen wird Fliegen zum Wahlkampfthema. Dabei gibt es innerdeutsch schon jetzt fast keine Schnäppchen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.