Deutschland und Amerika :
Die große Entfremdung

Von Renate Köcher
Lesezeit: 6 Min.
Der amerikanische Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz
Lange sahen die Deutschen Amerika als ihren wichtigsten Verbündeten an. Das hat sich geändert – doch schuld ist nicht allein Donald Trump, wie die Allensbach-Umfrage im Auftrag der F.A.Z. zeigt.

Die deutsche Bevölkerung verfolgt den Kurs der Vereinigten Staaten mit wachsender Besorgnis. Das Land, das den Deutschen seit Jahrzehnten als wichtigster und verlässlichster Verbündeter und Freund galt, wird ihnen plötzlich fremd, ja bedrohlich. Die überwältigende Mehrheit hat den Eindruck, dass Europa und die Vereinigten Staaten auseinanderdriften; über Jahrzehnte war dies in Deutschland die Einschätzung einer Minderheit, jetzt sind 70 Prozent davon überzeugt. Die deutsch-amerikanischen Beziehungen werden als tiefgreifend gestört wahrgenommen. Stuften vor drei Jahren noch knapp zwei Drittel der Bevölkerung die Beziehungen als gut oder sehr gut ein, sind es jetzt nur noch 20 Prozent; 71 Prozent halten das deutsch-amerikanische Verhältnis für angespannt. Damit fällt die Bilanz der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten nur noch graduell besser aus als die der Beziehungen zu Russland, die 82 Prozent der Bürger kritisch beurteilen.

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