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Allensbach-Analyse : Das zarte Pflänzchen Integration

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Das Urteil der Deutschen über die Einwanderer ist sachlicher und selbstbewusster geworden. Nun werden auch klare Forderungen gestellt: Wer dauerhaft in Deutschland lebt, muss die Sprache beherrschen. Und zu den Grundwerten der Gesellschaft stehen.

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          Das Thema Einwanderung hat für die Deutschen an Brisanz verloren. Die Bevölkerung meint, dass der Einwanderungsdruck geringer wird, und erhöht ihrerseits den Integrationsdruck gegenüber den Ausländern. Die öffentliche Diskussion über die Integration von Einwanderern scheint seit einigen Jahren von Nüchternheit geprägt zu sein.

          Dabei fehlt es nicht an Anlässen für eine gefühlsbetonte Debatte: die Diskussionen über die Bildung von „Parallelgesellschaften“, über den Bau von Moscheen in deutschen Städten und die Rolle des Islam in Deutschland oder auch die Jugendkriminalität unter Ausländern. Doch keines dieser Themen scheint zurzeit die Deutschen in große Unruhe zu versetzen. Sogar aufregende Ereignisse wie die brutalen Angriffe auf Passanten in der Münchner U-Bahn Anfang des Jahres verschwinden nach einigen Tagen wieder aus dem Blick der Öffentlichkeit. Als Ministerpräsident Roland Koch das Thema Kriminalität jugendlicher Ausländer im hessischen Landtagswahlkampf ansprach, wandte es sich letztlich gegen ihn.

          Positive Einstellung zu Immigranten wächst

          Wie sehr sich das gesellschaftliche Klima in Bezug auf das Thema Ausländer gewandelt hat, wird deutlich, wenn man sich vorstellt, welche Wellen die jüngsten Vorschläge unter der Verantwortung der Bundesregierung zur Einführung von Islamunterricht an deutschen Schulen vor zehn Jahren geschlagen hätten. Irgendetwas, so hat es den Anschein, muss sich seitdem an der Einstellung der Deutschen gegenüber Ausländern geändert haben.

          Bild: F.A.Z.

          Tatsächlich zeigen die Ergebnisse der jüngsten Repräsentativumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die F.A.Z. kleine, aber bezeichnende Verschiebungen in der Wahrnehmung von Ausländern. Noch immer schaut die Mehrheit der Deutschen mit Unbehagen auf die große Zahl von Einwanderern. Auch die Sorgen, dass daraus gesellschaftliche Konflikte entstehen, haben in den letzten zwei Jahrzehnten nicht abgenommen. Doch langsam wächst die Zahl derer, die der Einwanderung auch positive Seiten abgewinnen.

          Am deutlichsten ist die Veränderung zu erkennen an den Antworten auf die Frage: „Einmal ganz allgemein gesprochen: Leben in Deutschland heute zu viele Ausländer oder nicht zu viele?“ Seit dem Jahr 1984 ist der Anteil derjenigen, die meinen, es lebten zu viele Ausländer in Deutschland, von 79 auf 53 Prozent zurückgegangen. Der Anteil derer, die antworten, es gebe nicht zu viele Ausländer, hat sich von acht auf 24 Prozent verdreifacht, und dies, obwohl die tatsächliche Zahl der Ausländer seitdem von 4,4 Millionen auf 7,3 Millionen gestiegen ist. Die größere Zahl heute wird offenbar als weniger belastend empfunden als die geringere vor einem Vierteljahrhundert.

          Türken denken „ganz anders als wir“

          Die Haltung der Deutschen gegenüber Ausländern ist vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verbrechen im Ausland stets mit besonders großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. In den neunziger Jahren war dabei angesichts einer Reihe von Morden und Anschlägen auf Asylbewerberheime zeitweise der Eindruck verbreitet worden, die deutsche Gesellschaft sei von einer rassistischen Grundhaltung gekennzeichnet. Doch die Umfrageergebnisse des Allensbacher Instituts haben diese Behauptung nie bestätigt, im Gegenteil. Bei internationalen Studien hat sich die deutsche Bevölkerung wiederholt als im Vergleich ausländerfreundlich zu erkennen gegeben. Die Extremisten blieben zu jedem Zeitpunkt eine kleine, isolierte Minderheit.

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