Vor Corona :
„In Cafés sitzen keine Frauen mehr“

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Die deutsche Publizistin Alice Schwarzer (rechts) und die französische Philosophin Elisabeth Badinter im Dezember 2017 in Badinters Wohnung in Paris
Kommt es durch die Einwanderung von Muslimen zum Erstarken des Antisemitismus? Im Dezember 2017 hat unsere Autorin mit der französischen Philosophin Elisabeth Badinter und der deutschen Journalistin Alice Schwarzer darüber gsprochen.
Führt Masseneinwanderung aus dem islamischen Kulturraum zu einem Erstarken der Judenfeindlichkeit in unseren Gesellschaften?

Elisabeth Badinter: Die Antwort ist schwierig. Die erste Generation und auch die zweite Generation der Einwanderer in Frankreich sind überhaupt nicht durch eine antisemitische Haltung aufgefallen. Ein radikaler Antisemitismus hat sich erst in der dritten, in Frankreich geborenen Generation entwickelt, die sich zugleich zum radikalen Islamismus bestimmter Imame hingezogen fühlt. Es gibt heute in Frankreich keine andere Bevölkerungsgruppe, die wie die Juden ausschließlich aufgrund ihrer Religion schikaniert, gefoltert und sogar getötet wird. Diese Straftaten werden immer von Personen mit muslimischem Einwanderungshintergrund begangen, die sich dem Islamismus verschrieben haben.

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