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Panne in Ägypten : Al Sisi tauscht Armee- und Geheimdienst-Chefs aus

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Ägyptens Präsident Fattah al Sisi bei einer Zeremonie in Paris am 24. Oktober Bild: PL/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Eine Razzia in einem Versteck von Dschihadisten wurde kürzlich zum Desaster für die ägyptischen Sicherheitskräfte. Nun reagiert die Regierung darauf.

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          Inmitten eines schwierigen Kampfes gegen Extremisten in Ägypten tauscht das Land den Stabschef der Armee und die Führung eines wichtigen Geheimdienstes aus. Staatspräsident Abdel Fattah al Sisi ernannte der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ zufolge am Samstag Generalleutnant Mohammed Hegazi zum Nachfolger von Mahmud Hegazi. Die Position des Armeechefs gilt in dem nordafrikanischen Land angesichts der starken Stellung des Militärs als eine der wichtigsten. Mahmud Hegazi, der das Amt seit März 2014 innehatte, werde neuer Berater des Präsidenten.

          Zudem besetzte das Innenministerium eine Reihe von Positionen der mächtigen Nationalen Sicherheitsagentur neu, wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena berichtete. General Mahmud Tawfik ersetzt als neuer Leiter des Geheimdienstes Mahmud Schaarawi und wird gleichzeitig stellvertretender Innenminister. Auch einige leitende Mitarbeiter, die für die Region verantwortlich sind, in der vor einer Woche eine tödliche Schießerei stattfand, wurden entlassen.

          In der Wüste im Westen des Landes unweit der libyschen Grenze starben vor wenigen Tagen mindestens 16 Sicherheitskräfte, als sie bei einer Razzia in einen Hinterhalt gerieten. Anonyme Sicherheitsquellen hatten sogar von 50 toten Polizisten berichtet. In dem Gebiet operieren Extremisten. Das ägyptische Militär und die Polizei sind auch in anderen Teilen des Landes in einen langwierigen Kampf gegen Dschihadisten verstrickt. So verüben Kämpfer eines Ablegers der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Norden der seit Jahren unruhigen Sinai-Halbinsel immer wieder schwere Anschläge.

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