https://www.faz.net/-gpf-7qhbg

Al Shabaab vermutet : Dutzende Tote bei Angriff auf Küstenort in Kenia

  • -Aktualisiert am

Ein Gebäude in der kenianischen Küstenstadt Mpeketoni nahe Lamu zeugt vom Angriff der Islamisten Bild: AFP

Mutmaßliche Islamisten haben in Kenia einen Küstenort nahe Lamu angegriffen und mindestens 48 Menschen getötet. Die Opfer hatten gerade Fußball geschaut.

          Bei einem Angriff mutmaßlich somalischer Islamisten auf den kenianischen Küstenort Mpeketoni sind am Sonntagabend nach ersten Angaben mindestens 48 Menschen getötet worden. Ein Sprecher des lokalen Roten Kreuzes sagte, man befürchte noch mehr Opfer, weil die Suche nach Leichen in dem offenbar weitgehend verwüsteten Ort am Montag andauerte.

          Die Angreifer, deren Zahl mit 50 angegeben wurde, waren am Sonntagabend in die Ortschaft eingefallen, als sich zahlreiche Menschen in den Bars versammelt hatten, um Fußball zu schauen. Nach Augenzeugenberichten hatten die Angreifer wahllos das Feuer auf die Zuschauer eröffnet. Zahlreiche Gebäude wurden niedergebrannt,  darunter zwei Hotels, mindestens zwei Verwaltungsgebäude sowie eine Polizeistation, in der die Terroristen offenbar Waffen erbeuteten. Obwohl sich bislang niemand zu dem Angriff bekannte, gehen die kenianischen Sicherheitsbehörden davon aus, dass der Überfall von der radikal-islamischen Miliz al Shabaab aus dem Nachbarland Somalia verübt wurde.

          Der stellvertretende  Distriktpräfekt von Mpeketoni sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Angreifer hätten Somali gesprochen und die Fahne von al Shabaab mitgeführt. Mpeketoni zählt nicht zu den klassischen Touristendestinationen an der kenianischen Ostküste, die weiter südlich zwischen Malindi und Mombasa liegen. Von Mpeketoni  zu der populären Touristeninsel Lamu unweit der somalischen Grenze aber sind es nur 30 Kilometer. Der Angriff auf Mpeketoni ist der zweitschwerste nach dem Massaker in dem Westgate-Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, bei dem ein Kommando von al Shabaab im September 2013 knapp 70 Menschen getötet hatte.

          Seit dem Einmarsch der kenianischen Armee in Somalia im Oktober 2011 ist das Land zu einem bevorzugten Ziel von Terroranschlägen geworden. Seit Beginn dieses Jahres starben rund 80 Menschen bei Bombenanschlägen. Die kenianische Regierung hatte sich bis Ende 2011 aus Rücksicht auf die zahlreichen in Kenia lebenden Somalier stets geweigert, an der Seite von Uganda und Burundi militärisch in Somalia einzugreifen.

          Als aber die Übergriffe im Grenzgebiet, insbesondere rund um das größte Flüchtlingslager der Welt in Dadaab, dramatisch gestiegen waren und es zudem zu Überfällen und Entführungen in der für den Tourismus wichtigen Region von Lamu gekommen war, hatte die kenianische Luftwaffe den von den Islamisten gehaltenen somalischen Hafen von Kismayo  bombardiert und kurz danach eingenommen. Seither hat sich vor allem die Sicherheitslage in der kenianischen Hafenstadt Mombasa drastisch verschlechtert. Die britische Regierung schloss in der vergangenen Woche ihr Konsulat in Mombasa nach wiederholten Attentatsdrohungen.

          Weitere Themen

          Ausschreitungen und Festnahmen in Paris

          Bei Klimaprotesten : Ausschreitungen und Festnahmen in Paris

          Zerschlagene Fensterscheiben, brennende E-Scooter, geplünderte Geschäfte: In Paris haben sich Gewaltbereite unter Klimademonstranten gemischt und sich Gefechte mit der Polizei geliefert. Auch etliche „Gelbwesten“ zogen durch die Stadt.

          Topmeldungen

          Schlechte Laune im Osten? Das stimmt nicht so ganz.

          Ostdeutschland : Woher die schlechte Laune?

          Steht es dreißig Jahre nach dem Ende der DDR wirklich so schlimm mit der deutschen Einheit und dem Osten? Nein. Die krasse Fehleinschätzung hat auch etwas mit denen zu tun, die heute die politische Meinung im Osten mitprägen.
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.