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Aktion der Bassidsch-Miliz? : Iraner stürmen britische Einrichtungen

  • Aktualisiert am

Die Polizei schützte die Botschaft nur halbherzig Bild: REUTERS

In Teheran haben mehrere hundert Iraner das Gelände der britischen Botschaft gestürmt. Sie rissen die britische Flagge herunter, warfen Steine und verwüsteten Büros. Auch die deutsche Schule war betroffen.

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          Iranische Demonstranten sind am Dienstag in Teheran auf das Gelände der britischen Botschaft vorgedrungen. Später wurde das Gelände der früheren Sommerresidenz des britischen Botschafters gestürmt, auf dem die britische, die deutsche und die französische Schule sowie Gästehäuser der drei Botschaften stehen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte, wie eine größere Zahl Iraner an der Botschaft über den Zaun kletterten, Fenster einschlugen, die britische Flagge verbrannten und durch die iranische ersetzten sowie Büros verwüsteten. Sie skandierten „Tod für England“. Iranische Bereitschaftspolizisten griffen erst nach einiger Zeit ein. Iranische Agenturen behaupteten, die Demonstranten hätten vertrauliche Dokumente erbeutet.

          Wegen der Ankündigung von Demonstrationen war die deutsche Schule nach Angaben aus Berlin am Dienstag geschlossen gewesen; über etwaige Schäden am Gebäude war bis zum frühen Abend nichts bekannt. Das Schulgelände hat Diplomatenstatus, steht also unter ähnlichem Schutz wie eine Botschaft oder eine Botschafterresidenz. Die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, 200 Angehörige der regierungstreuen Bassidsch-Miliz hätten die Aktion auf dem Gelände im Norden Teherans durchgeführt. Es sei darum gegangen, den Tod des Atomforschers Majid Shahriari zu rächen. Israelische und britische Geheimdienstagenten hätten ihn vor genau einem Jahr ermordet.

          Autos wurden in Brand gesetzt Bilderstrecke
          Autos wurden in Brand gesetzt :

          Am Wochenende hatte das iranische Parlament beschlossen, die diplomatischen Beziehungen zurückzustufen. Der Wächterrat hatte die Forderung des Parlaments bestätigt, den britischen Botschafter innerhalb von zwei Wochen auszuweisen. Zuvor hatte die britische Regierung ihre Wirtschaftssanktionen gegen Teheran erheblich verschärft. Allen iranischen Banken, also auch der Zentralbank, sind nun keine Transaktionen in Großbritannien mehr möglich. Das britische Außenministerium äußerte sich empört über den Angriff. Die Regierung in Teheran müsse ihrer Pflicht nachkommen, internationale Vertretungen zu schützen. Die Bundesregierung äußerte sich ähnlich.

          In Israel wurden unterdessen Berichte über eine Explosion bei Isfahan ernst genommen, für die es aus Iran aber zunächst keine offizielle Bestätigung gab. In Isfahan befindet sich auch eine Atomanlage, in der unter anderem aus Uranerz das Vorprodukt für die Urananreicherung gewonnen wird. Der israelische Geheimdienstminister Meridor warnte am Dienstag im Rundfunk davor, überall sofort Geheimdienste am Werk zu sehen. Aber es gebe Staaten, die Sanktionen verhängten, und Länder, die „auf andere Weise“ gegen das Atomprogramm vorgingen.

          Der frühere Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats Giora Eiland bezweifelte, dass es sich nur um einen Unfall gehandelt haben könnte. Die jüngste Häufung solcher Vorfälle deute auf eine „lenkende Hand“ hin, sagte Eiland und spielte damit auf die Explosion auf einem iranischen Raketenstützpunkt am 12. November bei Teheran an. Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Isna hatten am Montagabend zunächst lokale Behördenvertreter zitiert, die bestätigten, dass sie die Ursache eines lauten Knalls bei Isfahan untersuchten. Auf der Internetseite von Fars verschwand jedoch bald die entsprechende Meldung. Die Agentur Mehr brachte ein offizielles Dementi und berichtete später über einen Unfall an einer Tankstelle.

          Nach Informationen der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot“ ist die Nuklearanlage bei Isfahan – auf einem von insgesamt vier Militärstützpunkten in der Nähe der Stadt – mit Luftabwehrgeschützen gut gesichert. Sollte es tatsächlich zu einer Explosion gekommen sein, seien offenbar zu wenige Vorkehrungen gegen „Sabotage von innen“ getroffen worden. Hinter dem Zwischenfall in der Kaserne der Revolutionsgarden am 12. November vermute man in Iran Oppositionelle, denen der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad geholfen habe.

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