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AKK im Wartestand : Schwieriger als eine Kanzlerschaft

  • -Aktualisiert am

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, sitzt bei einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur am 30. April in Berlin. Bild: dpa

Die CDU-Parteivorsitzende ist in den Mühen der Ebene angekommen. Was das heißt, kann sie jetzt schon sehen. Ein harter Weg liegt vor ihr.

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          Gerhard Schröder soll als Juso-Vorsitzender am Zaun des Bonner Kanzleramts gerüttelt und gesagt haben: „Ich will da rein!“ Ob es nun so war oder nicht, Jahrzehnte später ist es wieder so weit. Wieder ist jemand da, der vorführt, dass er „da rein“ will, und sich mutmaßlich doch noch eine Weile gedulden muss. Das Kanzleramt steht inzwischen in Berlin, es handelt sich nicht um einen jungen Mann mit SPD-Parteibuch, sondern um eine Frau von der CDU. Sie hat eine politische Laufbahn bis hinauf zur Ministerpräsidentin hinter sich, mit der sie in den politischen Ruhestand gehen könnte. Will sie aber nicht.

          Annegret Kramp-Karrenbauer muss den Schröder zugeschriebenen Satz gar nicht aussprechen. Das wäre vermutlich sogar schädlich. Die Wähler würden sich in ihrem (Vor-)Urteil bestätigt fühlen, dass Politiker immer nur an die Macht wollten und an nichts anderes dächten. Dabei sollte an dieser Stelle einmal kurz darüber nachgedacht werden, was passieren würde, wenn niemand mehr die Macht wollte, niemand sich trauen würde, ein Gemeinwesen mit mehr als achtzig Millionen Einwohnern zu führen. Was passiert, wenn eine Partei die Übernahme von Verantwortung scheut, hat sich nach der Bundestagswahl 2017 gezeigt, als die FDP sich in letzter Sekunde einem Regierungsbündnis mit Union und Grünen verweigerte. Heraus kam die gegenwärtige Regierung. Lust auf die Macht ist unabdingbar. Solange das in einem demokratischen System kanalisiert wird, ist es unproblematisch.

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