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Airbus-Militärtransporter : Erster A400M in Deutschland gelandet

Bild: reuters

Mit dreijähriger Verspätung ist der erste Airbus A400M auf dem Stützpunkt Wunstorf nahe Hannover gelandet. Dementsprechend schmallippig war der Empfang durch Ministerin von der Leyen.

          Das erste neue Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A400M „Atlas“ hat bei seiner Ankunft auf dem künftigen Heimatfliegerhorst Wunstorf keinen sonderlich strahlenden Empfang erlebt. Das galt für das Wetter, aber auch für die Begrüßung. Zwar war Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zum Flugplatz gekommen, um das Eintreffen der Maschine mitzuerleben – ihr Ministerium hatte aber schon tags zuvor eine schmallippige Erklärung veröffentlicht: Ja, es stimme schon, das erste für Deutschland bestimmte Exemplar der neuen Transporter-Serie werde jetzt nach Deutschland überführt, allerdings komme es „mit dreijähriger Verspätung“.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Immerhin freut sich die Luftwaffe, dass jetzt, nach dem Eintreffen des ersten A400M, in Wunstorf das Training der Piloten auf der neuen Maschine beginnen kann. Damit verbunden ist jedoch gleich wieder eine Ermahnung an den Hersteller: Es müssten „noch viele weitere Schritte“ folgen. Die Industrie müsse wenigstens in Zukunft „Zusagen und Zeitpläne einhalten“. Das gelte für „noch ausstehende Nachbesserungsarbeiten“, die an dem abgelieferten Flugzeug zu leisten seien, es gelte aber auch für „die termingerechte Lieferung der geschützten Version“ des A400M, die für Anfang 2016 geplant sei.

          Noch nicht für den Absprung von Fallschirmjägern zugelassen: Der neue Airbus A400M Bilderstrecke

          In der ausgelieferten Variante ist der neue Atlas-Transporter noch nicht für den Absprung von Fallschirmjägern oder den Abwurf von Lasten aus der Luft zugelassen – obwohl er, wie Airbus beteuert, technisch zu solchen Manövern in der Lage sei, sie seien lediglich noch nicht „zertifiziert“. Und der Hersteller beharrt auch darauf, es sei mit den Deutschen schon vor längerer Zeit vereinbart worden, dass diejenigen Maschinen, die mit einer Abwehrtechnik gegen anfliegende Luftabwehrraketen ausgerüstet sind, erst vom übernächsten Jahr an ausgeliefert werden sollten.

          40 Atlas-Transporter will die Bundeswehr betreiben

          Auch die Zeitrechnung mit der drei- oder gar vierjährigen Verspätung möchte Airbus nicht gelten lassen. Das Rüstungsvorhaben, das 2003 von sieben europäischen Nato-Staaten beschlossen worden war, geriet 2010 in eine schwere Krise, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Airbus nicht in der Lage war, die – von der Politik immer wieder geänderten – Anforderungen an den neuen Lufttransporter zu den vereinbarten Kosten zu erfüllen.

          Daraufhin wurden 2011 die Kosten des Flugzeugs erhöht und Auslieferungsfristen verlängert. Diese neuen Maßstäbe habe man eingehalten, heißt es bei Airbus in Sevilla, wo der A400M aus einzelnen Komponenten in der Endmontage zusammengefügt wird.

          Das erste deutsche Exemplar, das am Freitag in Wunstorf landete, trägt die Hersteller-Seriennummer 018. Seine Fertigung betrug insgesamt rund eineinhalb Jahre. Schon im vergangenen Jahr hat Airbus damit begonnen, die ersten Flugzeuge dieses Typs an andere Kunden auszuliefern.

          Der erste Empfänger war die französische Armee, die mit ihren Atlas-Flugzeugen inzwischen schon Transportflüge nach Mali und über den Atlantik unternommen hat. Auch die türkische Luftwaffe und die britische Royal Air Force haben inzwischen ihre ersten A400M in Empfang genommen.

          Insgesamt will die Bundeswehr 40 Atlas-Transporter selbst betreiben und in Wunstorf stationieren; sie hat jedoch aufgrund früherer Planungen die Abnahme von 53 Exemplaren zugesagt. Die überzähligen Exemplare sollen weiterverkauft werden. Airbus rechnet sich gute Chancen aus, außer den sieben Besteller-Ländern weitere Kunden für den A400M zu interessieren.

          Das Flugzeug sei drei- bis vier Mal so leistungsfähig wie die bisherigen Transall-Transporter; es fliege schneller und könne höhere Lasten transportieren. Anders als die – noch größeren – amerikanischen und russischen Strategischen Lufttransporter, die mit Düsentriebwerken angetrieben werden, könnten die A400M-Flugzeuge wegen ihres Propellerantriebs mühelos auch auf unbefestigten Feldflugplätzen starten und landen.

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