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Afghanistan : Taliban-Führer soll ausgeliefert werden

  • Aktualisiert am

B-52-Bomber über Afghanistan Bild: AP

Die Taliban sind bereit, ihren Anführer Omar auszulliefern, wenn die Bombardements schnell beendet werden.

          2 Min.

          Der Widerstand der Taliban in Afghanistan bröckelt weiter. Der Anführer einer Taliban-Truppe in Südafghanistan hat am Donnerstag angeboten, Taliban-Führer Mullah Mohammed Omar auszuliefern. Bedingung sei jedoch, dass die Amerikaner ihre Bombenangriffe einstellen.

          1500 Kämpfer wollen die Waffen niederlegen

          Laut einem Geheimdienst-Mitarbeiter in der südlichen Provinz Kandahar seien bis zu 1500 Kämpfer der Taliban und der radikalislamischen Organisation Al Qaida zur Aufgabe bereit. In der Gebirgsregion von Baghran nördlich von Kandahar halten sich den Angaben zufolge zwischen tausend und 1500 Kämpfer verschanzt.

          Militärischen Druck verstärkt

          Am Donnerstag haben die amerikanischen Truppen ihre Jagd auf die Al-Qaida-Kämpfer und die Taliban-Miliz in Afghanistan noch einmal verschärft. Mehrere hundert Soldaten starteten neue Angriffe im Osten des Landes.

          Wie die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP meldete, konzentrierte sich die Aktion auf die Ortschaft Tschapparhar zwischen der Provinzhauptstadt Dschalalabad und der Bergfestung Tora Bora. Dort werden nach den Bombenangriffen der amerikanischen Luftwaffe auf die Bergfestung Tora Bora geflüchtete Al-Qaida-Kämpfer vermutet.

          Laut AIP stießen die Truppen bisher auf keinerlei Widerstand. An der „Aufräumaktion“ in der Provinz Nangarhar hätten sich bereits 800 Soldaten örtlicher Stammesführer beteiligt.

          Weitere „Aufräumaktionen“ aufgeschoben

          Die am Dienstag angekündigte Offensive des afghanischen Geheimdienstchefs Hadschi Gulalai in der südafghanischen Provinz Helmand wurde drei bis vier Tage verschoben. Den Stammesführern solle zunächst die Chance zu Verhandlungen gegeben werden. Erst dann sollten das Versteck des Taliban-Chefs Mullah Mohammed Omar ausfindig gemacht und die Waffen seiner Miliz eingetrieben werden. An der Offensive nehmen bis zu 5000 afghanische Soldaten mit Unterstützung der amerikanischen Armee teil.

          Afghanischer Regierungschef bald in Washington?

          Wie die „Washington Post“ am Donnerstag unter Berufung auf einen amerikanischen Regierungsbeamten meldete, werde der afghanische Regierungschef Hamid Karsai im Februar mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush in Washington zusammentreffen.

          Das Weiße Haus äußerte sich offiziell nicht. Der afghanische Regierungssprecher Haron Amin bestätigte den Plan jedoch. Er sagte: „Karsai will sich bei dem amerikanischen Volk sowie bei der Regierung und dem Kongress für die Unterstützung bedanken.“

          Der Besuch eines afghanischen Regierungsmitglieds in Washington wäre der erste nach 39 Jahren. Zuletzt waren im September 1963 der damalige König Mohammed Sahir Schah mit dem amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy zusammen getroffen.

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