https://www.faz.net/-gpf-30qo

Afghanistan : Özdemir und Beer gegen Feuerpause

  • Aktualisiert am

Will das Taliban-Regime zerschlagen: Cem Özdemir Bild: dpa

Führende Mitglieder der Grünen-Fraktion widersprechen der Forderung von Partei-Sprecherin Roth nach einer Feuerpause in Afghanistan.

          Am Montag hatte die Parteivorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen eine Feuerpause der Amerikaner und Briten in Afghanistan verlangt. Aus der Grünen-Bundestagsfraktion kommen nun immer mehr Stimmen, die ihr widersprechen. Unter ihnen Cem Özdemir und Angelika Beer.

          Beide betonen, dass die zentrale Voraussetzung für eine wirkungsvolle Unterstützung der Not leidenden Bevölkerung in Afghanistan eine Zerschlagung des Taliban-Regimes sei. „Wenn man jetzt die Luftangriffe aussetzen würde, wäre die interne Lage in Afghanistan dermaßen instabil, dass internationale Hilfsorganisationen nicht zum Einsatz kommen könnten“, sagte die Verteidigungsexpertin Beer am Mittwoch. Ihrer Ansicht nach müssen schnellstmöglich die Kommandostrukturen der Taliban am Boden zerstört werden.

          "Feuerpause stärkt Taliban und Bin Ladin"

          Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Cem Özdemir, äußerte zwar „großes Verständnis“ für Roths Position. Doch warnte er davor, eine Einstellung der Angriffe könne von den Taliban und ihrem Protegé Usama Bin Ladin als Stärkung ihrer Position interpretiert werden.

          Unterstützung erhielt Claudia Roth unterdessen von Schleswig-Holsteins Umweltminister Klaus Müller. Er sagte, Roths Forderung nach einer Feuerpause „macht Sinn“. Auch andere Landesverbände stärken der Parteivorsitzenden den Rücken. So bezweifelte die Sprecherin der Berliner Grünen, Regina Michalik, die Notwendigkeit weiterer Bombardierungen, da es „offensichtlich zurzeit keine adäquaten militärischen Ziele mehr gibt“.

          Weitere Themen

          Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Ein Sieg für die Demokratie Video-Seite öffnen

          Bürgermeisterwahl in Istanbul : Ein Sieg für die Demokratie

          Bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl hat der Kandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit errungen. Die Abstimmung galt als Test, ob es in der Türkei noch einen Machtwechsel durch freie Wahlen geben kann.

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?
          Spuren der Vergangenheit: Im Garten seines Hauses bei Potsdam blickt Joost Siedhoff auf eine der Wurfpuppen, die seine Mutter Alma Siedhoff-Buscher am Bauhaus gestaltete.

          Joost Siedhoff im Porträt : Mutter am Bauhaus

          Alma Siedhoff-Buscher hat Spielzeug für Kinder entworfen. Ihr Sohn, der 92 Jahre alte Schauspieler Joost Siedhoff, hält ihr Werk lebendig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.