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Afghanistan : Londoner Militärkonferenz endet ohne Erklärung zur Schutztruppe

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Warten auf die Schutztruppe: Französische Soldaten in Mazar-i-Sharif Bild: AP

Ohne offizielle Erklärung endeten am Abend die Beratungen ranghoher Offiziere über Umfang und Auftrag der Afghanistan-Schutztruppe.

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          Ohne eine Erklärung über das Ergebnis ihrer Beratungen sind am Freitagabend in London Militärberatungen über die internationale Schutztruppe für Afghanistan zu Ende gegangen. „Die Kontakte werden telefonisch am Wochenende fortgesetzt“, sagte eine Sprecherin des britischen Verteidigungsministeriums. Dies bedeute aber nicht, dass die Gespräche gescheitert seien. Alle Seiten müssen zunächst mit ihren eigenen Regierungen sprechen.

          Einziges Detail, das bekannt wurde: Griechenland will laut einer Erklärung des Generalstabs 124 Soldaten nach Afghanistan schicken. Das Kontingent solle Pioniere, Geheimdienstler und zwei Transportmaschinen vom Typ C-130 umfassen. Die griechische Mission solle Ende Januar beginnen und drei Monate dauern. Die Details seien mit dem britischen Kommandeur John McColl auf der Londoner Konferenz über die Zusammensetzung der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) besprochen worden.

          Bei dem Treffen sollten Einzelheiten zum Umfang der nationalen Truppenkontingente, der Zeitplan des Eintreffens und die Aufgabenverteilung geklärt werden. Teilnehmen sollten jene 16 Staaten, die auch schon bei früheren Treffen dabei waren.

          5000 bis 5000 Mann vorgesehen

          Zu den Teilnehmern, allesamt hohe Offiziere, gehörten unter anderem Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Tschechien, der Türkei, Australien, Neuseeland, Kanada, Argentien, Jordanien und Malaysia. Offiziell unbestätigten Informationen zufolge wird die Schutztruppe zwischen 5000 und 6000 Mann umfassen.

          Bundeswehr ist marschbereit

          Auch die endgültige Größe des deutschen Kontingents innerhalb der Schutztruppe sollte festgelegt werden. Die Bundeswehr ist zum Abmarsch nach Afghanistan bereit. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Heinz-Joachim Cholin, wies Angaben zurück, wonach die Bundeswehr für den Afghanistan-Einsatz ihre Balkanmissionen personell und materiell ausdünnen müsse. Am 2. Januar laufe die Bundesmarine im Rahmen der Antiterrorkoalition in Richtung Horn von Afrika aus.

          "Das Kontingent ist optimal vorbereitet"

          Cholin unterstrich, dass die Truppe mit allen für ihre Sicherheit und den Transport notwendigen Fahrzeugen ausgestattet sein werde. Zuvor hatte der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, Ausrüstungsmängel bei der Truppe kritisiert. Cholin sagte, Gertz solle sich mit Äußerungen zu operativen Dingen, von denen er nichts wissen könne, „tunlichst zurückhalten“.

          Der Sprecher des in Potsdam ansässigen Kommandos, Karl-Henning Kröger, sagte im ZDF: „Das Kontingent, das nach Afghanistan gehen wird, ist optimal vorbereitet.“ Kröger wies auch die Kritik von Gertz zurück, wonach Schutzwesten und Zelte für den bevorstehenden zehnten Auslandseinsatz der Bundeswehr kurzfristig vom Balkan zurückgeholt werden müssten.

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