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Afghanistan-Konferenz : Neuanfang auf dem Petersberg

  • -Aktualisiert am

Letzte Vorbereitungen Bild: dpa

Am Dienstag beginnt die Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg. Die meisten Teilnehmer dämpfen jedoch die Erwartungen an das Treffen.

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          Die Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz in Bonn setzen große Hoffnungen in das am Dienstag beginnende Treffen. Für den Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, ist die Tagung ein „wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaften politischen Ordnung in Afghanistan“. Auch die Delegation des afghanischen Ex-Königs Mohammed Sahir Schah reist mit großen Erwartungen nach Bonn.

          Zu der Konferenz werden außer Vertretern der Nordallianz und des früheren afghanischen Königs weitere Exilgruppen erwartet. Der Beginn der Konferenz wurde am Freitagabend kurzfristig um einen Tag auf diesen Dienstag verschoben, damit die Verhandlungsdelegationen rechtzeitig nach Bonn anreisen können. Die UN-Delegation mit dem Beauftragten für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, und seinem Stellvertreter, Francesc Vendrell, traf bereits am Sonntagnachmittag komplett auf dem Petersberg ein.

          Keine endgültigen Entscheidungen in Bonn

          Nordallianz-Außenminister Abdullah räumte ein, eine neue Regierung für Afghanistan könne in Bonn nicht beschlossen werden. Die endgültige Entscheidung darüber müsse im Land selbst getroffen werden. Ziel sei ein vereintes Afghanistan mit einer zentralen Regierung. „Das wollen wir und sind deshalb zu Gesprächen bereit, die über eine Übergangsregierung geführt werden“, betonte er. Darin müssten alle ethnischen Gruppen vertreten sein.

          Das Land nicht sich selbst überlassen

          Ein enger Berater des afghanischen Ex-Königs, Hamid Sidiq, warnte, der Westen dürfe Afghanistan nach dem Ende des Taliban-Regimes nicht zu früh sich selbst überlassen. Sidiq erinnerte in einem Interview an den Bürgerkrieg im Anschluss an den Abzug der Sowjets aus Afghanistan, dem seinerzeit Zehntausende zum Opfer gefallen waren. Viele damalige Kriegsherren befehligen heute Truppen der Nordallianz. In Bonn müsse ein „Exekutivkomitee“ gewählt werden, das so lange die „Verantwortung in Afghanistan übernimmt“, bis über den traditionellen Stammesrat „Loya Jirga“ eine provisorische Regierung gebildet werden könne, sagte Sidiq.

          UN-Mandat für Bodentruppen

          Als Voraussetzung für einen Einsatz von Bodentruppen in Afghanistan verlangen Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein klares UN-Mandat. Dazu müssten nach Ansicht der drei Länder Klarheit über den politischen und humanitären Auftrag und das Einverständnis der Nachbarländer vorliegen. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) sagte dem "Spiegel": „Ein Mandat der UN ist für humanitäre Maßnahmen die entscheidende Voraussetzung.“

          Flugverbot über dem Petersberg

          Das Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg ist für eine Woche gebucht. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, wurde aber eine zweite Woche vorsichtshalber eingeplant. Während der gesamten Dauer besteht zudem ein Flugverbot über dem Petersberg.

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