https://www.faz.net/-gpf-6vldk

Afghanistan-Konferenz : Karzai fordert weitere Unterstützung

  • Aktualisiert am

Ringen um die Zukunft Afghanistans: Kanzlerin Merkel und Präsident Karzai Bild: AFP

Bundeskanzlerin Merkel hat den afghanischen Präsidenten Karzai aufgefordert, den Kampf gegen Korruption voranzubringen - ebenso wie den Versöhnungsprozess mit den Taliban.

          2 Min.

          Trotz der Abzugspläne der internationalen Gemeinschaft hat Afghanistans Präsident Hamid Karzai eine Fortdauer der ausländischen Präsenz in seinem Land gefordert. „Das afghanische Volk will keine Belastung für die internationale Gemeinschaft sein“, sagte er auf der Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg. „Aber wir brauchen für ein weiteres Jahrzehnt Ihre nicht nachlassende Unterstützung.“

          Zum Auftakt der Konferenz hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Land langfristige Hilfe zugesichert. „Afghanistan kann sich auch nach 2014 auf die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft verlassen“, sagte Merkel vor rund tausend Teilnehmern aus 85 Staaten.

          Fehlen Pakistans überschattet Konferenz

          Die eintägige Konferenz wird von der Absage Pakistans überschattet, dem eine Schlüsselrolle im Afghanistan-Konflikt zugeschrieben wird. Das Nachbarland bleibt dem Treffen fern, nachdem bei einem Nato-Angriff 24 pakistanische Soldaten ums Leben gekommen waren.

          „Uns alle eint das Ziel eines sicheren und friedlichen Afghanistan in einer prosperierenden Region“, sagte Merkel. Von Afghanistan dürfe nie wieder eine terroristische Bedrohung für die ganze Welt ausgehen. Um das zu erreichen, müsse Afghanistan auch die Versöhnung und Machtaufteilung zwischen allen Bevölkerungsgruppen voranbringen. Dabei könne die Weltgemeinschaft helfen. Lösen könnten diese Probleme aber „nur die Afghanen selber“.

          Freudiges Wiedersehen: Hillary Clinton und Spaniens Außenministerin Trinidad Jimenez


          Afghanistans Präsident Hamid Karzai sagte, die Afghanen hätten in den vergangenen zehn Jahren so viele Möglichkeiten und Chancen erhalten wie nie zuvor in der Geschichte. Dennoch sei Afghanistan weit von Stabilität und Eigenständigkeit entfernt. Hauptgrund sei die anhaltende Unsicherheit durch Terror. Dessen „regionale Dimension“ sei vernachlässigt worden und gefährde weiterhin die Stabilität Afghanistans und der Welt. Zudem blieben Armut und Unterentwicklung eine große Herausforderung.

          Karzai sicherte zu, im Gegenzug für die weitere Unterstützung durch die Weltgemeinschaft werde sein Land den Kampf gegen Korruption verstärken, den Rechtsstaat herstellen und die Institutionenreform voranbringen sowie freie und faire Wahlen sichern.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sagte, der „Kreislauf des Leidens“ in Afghanistan sei noch nicht durchbrochen. Jetzt beginne eine neue Phase, in der die internationale Unterstützung sich zu einer nicht-militärischen Hilfe wandle. Der Friedensprozess könne aber nur gelingen, wenn er auch von den Nachbarn unterstützt werde, betonte der UN-Generalsekretär.

          Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte, für Afghanistan gebe es keine militärische Lösung: „Es gibt nur eine politische Lösung.“ Von Afghanistan dürfe keine Gefahr mehr für die Welt ausgehen.

          Weitere Themen

          Die Wut wächst

          Nach Tod von George Floyd : Die Wut wächst

          Tausende Menschen sind in London, Berlin und Kopenhagen wegen des gewaltsamen Tods des Afroamerikaners George Floyd auf die Straße gegangen. In Amerika eskaliert die Lage weiter. Donald Trump macht die Antifa verantwortlich – und will sie als Terrororganisation einstufen lassen.

          Topmeldungen

          Nach Tod von George Floyd : Die Wut wächst

          Tausende Menschen sind in London, Berlin und Kopenhagen wegen des gewaltsamen Tods des Afroamerikaners George Floyd auf die Straße gegangen. In Amerika eskaliert die Lage weiter. Donald Trump macht die Antifa verantwortlich – und will sie als Terrororganisation einstufen lassen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.