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Afghanistan : Hindu-Minderheit muss gelben Punkt tragen

  • Aktualisiert am

Das Taliban-Regime hat sich eine neue „religiöse“ Vorschrift ausgedacht: Die Hindu-Minderheit muss ein gelbes Zeichen an der Kleidung tragen.

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          Keine Musik, kein Fernsehen, extreme Diskriminierung der Frauen. Unter dem Deckmantel des Koran haben die Taliban-Milizen in Afghanistan ein Regime des Schreckens errichtet. Neueste Vorschrift: Die Hindu-Minderheit muss sich mit einem gelben Zeichen an der Kleidung kenntlich machen. Die Vorschrift diene dem „Schutz“ der Hindus vor angeblichen „Mißverständnissen“, erklärte der afghanische Polizeichef.

          Der von den Taliban kontrollierte Rundfunk berichtete am Dienstag, der Chef der Religionspolizei habe das Tragen eines Abzeichens auf Grund eines religiösen Dekrets, einer Fatwa, angeordnet. Die nicht-moslemische Bevölkerung - vor allem Hindus - solle so von den Moslems unterscheidbar sein. „Die Entscheidung steht in Übereinstimmung mit der Scharia (dem islamischen Recht)", wurde der Chef der Religionspolizei, Maulawi Abdul Wali, zitiert.

          Die USA verurteilten die Anordnung. Der Sprecher des Außenministeriums in Washington, Richard Boucher, sagte, „das ist die letzte in einer langen Reihe ungeheuerlicher Unterdrückungen". Jemanden zu zwingen, eine andere Kleidung oder ein erkennbares Abzeichen zu tragen, stigmatisiere und isoliere jene Gruppen. „Das ist niemals, niemals zu rechtfertigen.“

          Viele der in Afghanistan lebenden Hindus haben bereits das Land verlassen. Ziel der Taliban ist die Errichtung eines islamischen Gottestaates. Frauen dürfen unter den Taliban nicht arbeiten und das Haus nur von Kopf bis Fuß verhüllt verlassen.

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