https://www.faz.net/-gpf-139aw

Afghanistan : Fatale Debatte

Bild: reuters

Die Debatte um einen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan ist fatal: Bündnispolitisch, weil der Einsatz auf dessen Amerikanisierung hinausliefe; strategisch, weil die Taliban für die Zeit nach dem Abzug ausländischer Truppen planen könnten.

          1 Min.

          Die amerikanischen Streitkräfte beginnen eine neue Offensive in Südafghanistan - und in Deutschland stößt der Bundeswehreinsatz auf immer größere Ablehnung. Es verdient daher Anerkennung, dass Verteidigungsminister Jung auf der Trauerfeier für die drei gefallenen deutschen Soldaten eindringlich vor einer Abzugsdebatte gewarnt hat.

          Zum gegenwärtigen Zeitpunkt, an dem die Regierung Obama immer mehr amerikanische Soldaten nach Afghanistan verlegt, wäre eine solche Diskussion fatal: bündnispolitisch, weil der internationale Afghanistan-Einsatz doch auf dessen Amerikanisierung hinausliefe; strategisch, weil die Taliban und ihre Terrorkumpane schon für die Zeit nach dem Abzug der ausländischen Truppen planen könnten.

          Der Afghanistan-Einsatz wird nicht ewig dauern, aber ihn jetzt oder bald zu beenden, bevor die Bedingungen für die Afghanisierung der Sicherheit geschaffen sind, setzte das Erreichte aufs Spiel. Eines muss die Bundesregierung mit aller Deutlichkeit sagen: Ein Abzug der Nato im Zeichen einer Niederlage wäre verheerend, für die Afghanen, die Region und darüber hinaus.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          So soll Trumps Friedensplan aussehen

          Nahostkonflikt : So soll Trumps Friedensplan aussehen

          Amerikas Präsident lädt Israels Ministerpräsident Netanjahu und Oppositionsführer Gantz ins Weiße Haus ein. Dort will er seinen Friedensplan diskutieren – damit verfolgt er auch innenpolitische Ziele.

          Bundeskanzlerin Merkel zu Gast bei Erdogan Video-Seite öffnen

          Flüchtlingsabkommen : Bundeskanzlerin Merkel zu Gast bei Erdogan

          Um das Flüchtlingsabkommen fortzusetzen, reist Bundeskanzlerin Merkel in die Türkei. Bei dem Treffen soll es jedoch nicht nur um das milliardenschwere Abkommen, sondern auch um Menschenrechtsfragen gehen.

          Topmeldungen

          Der ADAC ist „nicht mehr grundsätzlich“ gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

          Tempolimit : Die freie Fahrt erhalten

          Hände weg von einem starren Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen. Es bringt nichts, beschneidet die Freude am Fahren, und außerdem gibt es schlauere Lösungen. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.