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Peter Boehringer : Goldjunge der AfD

Geschickter Händler: AfD-Abgeordneter Peter Boehringer Bild: Picture-Alliance

Peter Boehringer soll Vorsitzender des Haushaltsausschusses werden. Der Abgeordnete gilt als geschickter Finanzfachmann – besonders wenn es um Gold geht.

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          Wenigen AfD-Abgeordneten ist es in der kurzen Geschichte ihrer Partei gelungen, mit einem Edelmetall in Verbindung gebracht zu werden. Die Vergleiche, gerade des politischen Gegners, laufen oft in eine andere Richtung. Der aus Bayern stammende Abgeordnete Peter Boehringer hingegen wird von Fraktionskollegen neckisch als „Goldjunge“ bezeichnet. Schließlich war Boehringer einst im Vorstand der Deutschen Edelmetall-Gesellschaft und als Aktivist für die Heimholung deutscher Goldreserven im Internet tätig. Solche speziellen Internet-Goldblogs sind besondere Orte. Gold gilt dort nicht nur als konservative Geldanlage, sondern als ein Lebensgefühl, das von Verschwörungstheorien und Untergangsphantasien begleitet wird.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Boehringer schrieb auf seiner Internetseite am 2. September 2015: „Und alleine nur wegen der laufenden, irreversiblen Umvolkung in der BRD, das heißt des permanenten Austauschs des deutschen Staatsvolks durch zu 98 Prozent illegale Eindringlinge aus weitgehend muslimischen Herkunftsstaaten, ist die heutige, supranationalen Befehlen gehorchende BRD-Führungsclique inzwischen krimineller als die kommunistische der DDR, die ja schon schlimm genug war!“ Er äußerte die „Hoffnung auf einen für die meisten heute noch unvorstellbaren, plötzlichen Zusammenbruch des höchst kriminellen und für unsere Nation suizidalen Systems“. Dieses halte „scheinbar alle relevanten Machtgremien“ in seiner „eisernen und kreditgeldfinanzierten Bestechungsfaust“. Über solche Sätze könnte noch zu reden sein. Boehringer bestätigte die Echtheit der Zitate und sagte, es sei wegen der damals beginnenden Flüchtlingskrise ein emotionaler Text gewesen, aber „ich steh’ zu dieser Glosse“. Am Dienstag wurde Boehringer von der AfD-Fraktion für ein „relevantes Machtgremium“ nominiert, nämlich für den Vorsitz des wichtigen Haushaltsausschusses im Bundestag. Gewählt ist er damit noch nicht, dafür braucht er die Stimmen der anderen Fraktionen.

          AfD-Vertreter bezeichnen den 1969 geborenen Boehringer als seriös und kompetent, weil er von Beruf Kaufmann und Finanzberater ist, noch dazu gebürtiger Schwabe. Er ist außerdem Sprecher des Bundesfachausschusses Euro, Geld- und Finanzpolitik und gehört damit zu den programmatisch versiertesten Vertretern seiner Partei in Finanzfragen. Ideologisch war Boehringer stets einer von denen, die gegen den um Mäßigung bemühten Kurs des früheren Parteivorsitzenden Bernd Lucke agitierten. Wie um das Edelmetall ranken sich auch um Boehringer Mythen in der Partei. Ein AfD-Fraktionssprecher etwa erzählt, Boehringer habe die Idee zum AfD-Goldhandel gehabt. 2015 verkaufte die AfD Gold im Internet, um ihre Einnahmen aus der staatlichen Parteienfinanzierung zu erhöhen. Boehringer weist das zurück, er habe Lucke vom Goldhandel abgeraten. Vor dem Ausschussvorsitz hat Boehringer einen „Heidenrespekt“, wie er sagt. Er wolle „diese Bühne nicht für AfD-Politik“ nutzen, sondern für Sacharbeit. Möglicherweise hat die „BRD-Führungsclique“ also doch nichts Schlimmes zu erwarten.

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