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Streit in der AfD : Lucke fordert Gegner zu Kampfkandidatur auf

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Bernd Lucke wünscht sich eine Alternative zu sich selbst. Bild: dpa

Der AfD-Chef Bernd Lucke hat seine innerparteilichen Gegner aufgefordert, auf dem Parteitag für das Amt zum Parteichef gegen ihn zu kandidieren. Er will damit seinen wirtschaftsliberalen Kurs gegen den nationalkonservativen Flügel festigen.

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          Im Machtkampf bei der AfD hat Parteigründer Bernd Lucke seine innerparteilichen Gegner zu einem offenen Kräftemessen aufgefordert. Er hoffe, dass er auf dem Parteitag im Juni Gegenkandidaten bei der Wahl zum alleinigen Parteichef haben werde, sagte Lucke der „Bild“ (Samstagsausgabe). „Ich will, dass es eine Alternative gibt.“ Lucke gab sich dabei siegesgewiss. Im Parteivorstand stehe „eine klare Mehrheit“ hinter ihm, auch an der Basis habe er starken Rückhalt.

          Lucke, der für einen eher wirtschaftsliberalen Kurs steht, warnte die Partei vor einem weiteren Rechtsruck. „Solange ich an Bord bin, wird nicht gedriftet, nicht nach rechts und schon gar nicht nach ganz rechts.“ Er forderte seine Vorstandskollegen Frauke Petry und Alexander Gauland, die zum nationalkonservativen Flügel gerechnet werden, dazu auf, die Programmatik der AfD ernster zu nehmen.

          „Zur Demokratie gehört, dass man sich an die Programme hält, die die Partei beschlossen hat“, sagte Lucke. „Es wäre gut, wenn Gauland und Petry mich dabei unterstützen würden.“

          In der AfD gibt es derzeit einen heftigen Personal- und Richtungsstreit. Auf dem Parteitag soll ein Parteichef gewählt werden, der die bislang dreiköpfige Führungsspitze ablöst.

          In der vergangen Woche hatten die internen Querelen ihr erstes Opfer gefunden: Hans-Olaf Henkel trat von seinem Amt als Vorstandsmitglied zurück. Als Begründung nannte er das schlechte Klima in der Partei und ein gefühltes Überhandnehmen von rechtspopulistischen Positionen.

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