https://www.faz.net/-gpf-7m4rt

Äußerung „Fuck the EU“ : Merkel: Absolut nicht akzeptable Entgleisung

  • Aktualisiert am

Victoria Nuland, aufgenommen im Januar 2014 Bild: dpa

Mit heftiger Kritik hat Bundeskanzlerin Merkel auf die Äußerung der amerikanischen Spitzendiplomatin Victoria Nuland reagiert. Diese hatte in einem vertraulichen Gespräch „Fuck the EU“ gesagt.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit deutlicher Kritik auf die verbale Entgleisung der amerikanischen Spitzendiplomatin Victoria Nuland reagiert. Merkel halte die Äußerung für „absolut unakzeptabel“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Freitag in Berlin. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mache hervorragende Arbeit, und die Europäische Union werde sich weiter bemühen, die Lage in der Ukraine zu beruhigen.

          Nuland, die für Europa zuständige Abteilungsleiterin im amerikanischen Außenministerium, hatte sich abfällig über die Rolle der Europäische Union in der Krise um die Ukraine geäußert und gesagt: „Fuck the EU.“ Die Äußerung fiel vor einigen Tagen in einem vertraulichen Telefongespräch mit dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, in dem es um Lösungsansätze zur Beilegung der Krise in der früheren Sowjetrepublik ging. Unbekannte stellten einen Mitschnitt des Gesprächs auf „Youtube“ ein. Die Vereinigten Staaten beschuldigen Russland, hinter der Veröffentlichung zu stehen. Die Diplomatin hat nach Angaben des Außenministeriums mittlerweile bei der EU um Entschuldigung gebeten.

          Schulz: Ein Widerspruch

          EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) reagierte auf die Veröffentlichung der Äußerungen mit scharfer Kritik an den Geheimdiensten. „Das Gefährliche ist, dass wir ja jeden Tag erneut sehen, dass es nichts mehr in dieser digitalisierten Welt der Geheimdienste gibt, das man noch als geschützt betrachten kann“, sagte Schulz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Ein Diplomat kann mit Hilfe seiner Regierung vielleicht Dinge noch korrigieren. Ein einfacher Bürger wäre in einer solchen Situation völlig ausgeliefert.“

          Schulz sagte, er wolle Nulands Ausspruch „Fuck the EU“ nicht direkt kommentieren. „Die Dame hat sich entschuldigt“, sagte Schulz, und ergänzte dann doch noch: „Der Begriff Diplomatin und ihre Wortwahl stehen eigentlich im Widerspruch zueinander.“

          Neben diesem Mitschnitt ist anscheinend eine weitere Gesprächsaufnahme aufgetaucht, die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU beim Thema Ukraine offenlegen soll. Darin beklagt die deutsche EU-Diplomatin Helga Schmid, dass in der Diskussion über mögliche Sanktionen gegen die Ukraine „die Amerikaner herumgehen und die EU an den Pranger stellen, wir seien da zu soft“.

          Weitere Themen

          Trump droht Iran

          Bei Twitter : Trump droht Iran

          „Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein“, schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden hatte sich zuvor kämpferisch gegeben.

          Großer Protest gegen Nationalismus Video-Seite öffnen

          Europa vor den Wahlen : Großer Protest gegen Nationalismus

          Eine Woche vor der Europawahl sind tausende Menschen in mehreren Städten in Deutschland auf die Straße gegangen, um ein Zeichen gegen Nationalismus zu setzen. Europaweit waren Demonstrationen in rund 50 Städten geplant.

          Norbert Hofer wird neuer FPÖ-Chef

          Nach Strache-Rücktritt : Norbert Hofer wird neuer FPÖ-Chef

          Wie erwartet soll Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer Heinz-Christian Strache als Chef der FPÖ ablösen. Er pflegt das Image des „Sorgen-Onkels“ und gilt als „Mann des Volkes“. Johann Gudenus zieht indes Konsequenzen aus der Videoaffäre.

          Zehntausende demonstrieren für Europa Video-Seite öffnen

          Gegen Nationalismus : Zehntausende demonstrieren für Europa

          Sie sind für Europa und gegen Nationalismus – das zeigten zehntausende in vielen Städten Deutschlands. Auch das Scheitern der rechtspopulistischen Koalition in Österreich war auf den Demonstrationen ein Thema.

          Topmeldungen

          Ihr Europawahlkampf für die SPD gestaltet sich schwer: Katarina Barley

          Barleys zäher Wahlkampf : Im Netz unten durch, sonst kaum beachtet

          Die SPD hat für die Europawahl eine sympathische Kandidatin aufgestellt. In den Umfragen hilft das aber nicht. Warum hat es Katarina Barley trotz ihrer sympathischen und kompetenten Art so schwer?

          Kurz’ Zögern : Gefangen in der Ibiza-Falle

          Lange wartete Österreichs Kanzler, bis er sich zum Video von FPÖ-Chef Strache äußerte. Dabei war ihm schnell klar, dass sein Vize nicht zu halten ist. Dessen Parteifreund Gudenus soll derweil weiter Kontakt zu der vermeintlichen Oligarchennichte gehalten haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.