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: Äthiopien: Amerikas strategischer Partner

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Als im Juli 2001 aus der "Organisation für afrikanische Einheit" (OAU) die "Afrikanische Union" (AU) wurde, die einmal ein Pendant zur Europäischen Union darstellen soll, waren die Grabreden schnell gehalten.

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          Als im Juli 2001 aus der "Organisation für afrikanische Einheit" (OAU) die "Afrikanische Union" (AU) wurde, die einmal ein Pendant zur Europäischen Union darstellen soll, waren die Grabreden schnell gehalten. Ineffizient und überflüssig, schallte es von allen Seiten, wobei übersehen wurde, daß die OAU so schwach war, wie die Mitgliedstaaten sie wollten.

          Die Wahl des ehemaligen malischen Präsidenten Alpha Oumar Konare zum AU-Vorsitzenden war ein Zeichen für den Willen zur Veränderung. Doch weil Konare ein unternehmungslustiger und forscher Mensch ist, wurde ihm mit dem Ruander Patrick Mazimpaka ein demokratieunverdächtiger Bremser an die Seite gestellt. Es sollte aber niemand der AU unterstellen, sie bewege sich in den Bahnen ihrer Vorgängerin.

          Keine Straßen

          In Burundi sind südafrikanische Soldaten mit einer Friedensmission betraut im Namen der AU. Der vielbeschworene afrikanische Entwicklungsplan Nepad steht ebenfalls unter der Schirmherrschaft der AU. Von den vielen Institutionen, die die AU schaffen soll, hat die Menschenrechtskommission gerade das Licht der Welt erblickt - mit knapper Mehrheit der mehr als 50 Mitgliedstaaten. Dabei könnte diese Kommission vor der eigenen Haustür in Addis Abeba mit ihrer Arbeit beginnen: Die äthiopische Regierung läßt derzeit gegen 80 Journalisten ermitteln wegen des Verstoßes gegen die "Meinungsäußerungsfreiheit".

          Auch sonst ist Addis Abeba für eine auf Integration und damit Konfliktbewältigung spezialisierte Einrichtung der ideale Ort: Der nach dem Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea mühsam von den Vereinten Nationen ausgehandelte neue Grenzverlauf wurde vom äthiopischen Ministerpräsidenten Meles Zenawi wieder in Frage gestellt. Die äthiopische Regierung kann sich das leisten, seit Washington das Land als strategischen Partner im Kampf gegen den Islamismus am Horn von Afrika auserkoren hat. Gleichzeitig sind nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde mehr als sieben Millionen Personen vom Hungertod bedroht - weil die Regierung Zenawi Geld in die Rüstung steckt, aber keine Straßen baut, über welche die Ernten verteilt werden könnten.

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