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Abu Anas al Libi : Amerika rechtfertigt Gefangennahme von Al-Qaida-Mitglied

  • Aktualisiert am

Libi wird auf dem Kriegsschiff „USS San Antonio“ verhört Bild: AFP

Der amerikanische Außenminister Kerry hat die Gefangennahme von Abu Anas al Libi als „legal und angemessen“ verteidigt. Der gesuchte Terrorist wird auf einem amerikanischen Kriegsschiff verhört und soll vor Gericht kommen.

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          Die amerikanische Regierung erhofft sich umfassende Auskünfte über die Terrororganisation Al Qaida aus der Befragung von Abu Anas al Libi, der am Samstagmorgen in einer Kommandoaktion in der libyschen Hauptstadt Tripolis gefangengenommen wurde. Der Libyer wird nach Angaben amerikanischer Medien auf dem Kriegsschiff „USS San Antonio“ verhört, welches die Marine eigens dazu ins Mittelmeer verlegt habe. Der Nationale Sicherheitsrat im Weißen Haus koordiniert die besonders ausgebildeten Beamten der Bundespolizei FBI und der Geheimdienste, die den im Jahr 2000 in New York angeklagten Terrorverdächtigen befragen.

          Libi ist von anderen gefassten Al-Qaida-Mitgliedern als Computerspezialist beschrieben worden. Er hatte sich dem 2011 getöteten Al-Qaida-Anführer Usama Bin Ladin in den neunziger Jahren in Sudan angeschlossen. Unklar ist, wie lange Libi in Militärgewahrsam verbleiben und verhört werden soll, bevor ihm seine Rechte verlesen werden und er mutmaßlich in ein Bundesgefängnis in New York verbracht wird. Mitarbeiter der amerikanischen Regierung verwiesen auf den Fall des 2011 gefassten Militärkommandeurs der somalischen Terrormiliz Al Shabaab, Ahmed Abdulkadir Warsame, dem erst nach zwei Monaten an Bord eines amerikanischen Marineschiffs angeboten wurde, einen Anwalt. Auch Warsame wurde in New York inhaftiert.

          Die Angreifer sprachen in libyschem Dialekt

          Während in amerikanischen Darstellungen von einer maßgeblichen libyschen Beteiligung an der Kommandoaktion nicht die Rede ist, wurden in Libyen Berichte verbreitet, nach denen Anas al Libi von Libyern gefangengenommen wurde. Libis Ehefrau, die nach verschiedenen Berichten den Vorfall von der Wohnung aus beobachtete, sagte in Interviews, sie habe die Angreifer in libyschem Dialekt sprechen gehört. Der Chef des dem Innenministerium zugeordneten Obersten Sicherheitskomitees von Tripolis, Hashim al Bishr, sagte dem „Libya Herald“, er sei „zu hundert Prozent sicher“, dass es sich um Libyer gehandelt habe.

          Bishr gilt als sehr mächtiger Mann in der libyschen Hauptstadt; der Salafist war Stellvertreter des Chefs des Militärrats von Tripolis gewesen, des früheren Al-Qaida-Kämpfers Abdelhakim Belhadsch. Die Führung in Tripolis, hatte Aufklärung von Washington über den Vorfall verlangt, aber auch die guten Beziehungen zu Amerika hervorgehoben. Die schwache Zentralregierung ringt noch immer um Autorität über zahlreiche Milizen und die Verbesserung der Sicherheitslage. Zuletzt hatten Ermordungen und Angriffe auf Sicherheitskräfte zugenommen.

          Der amerikanische Außenminister John Kerry sprach während seines Aufenthalts in Bali nur allgemein davon, dass Washington sich regelmäßig mit der libyschen Regierung über Antiterrormaßnahmen abspreche. Kerry bekräftigte, dass die Gefangennahme Libis „legal und angemessen“ sei. Anstatt mit „mutmaßlichen Terroristen“ zu sympathisieren, solle man nun auf Rechtsstaatlichkeit dringen, sagte der Minister und erinnerte daran, dass auch für Libi die Unschuldsvermutung gelte.

          Feuergefecht mit Shabaab-Milizionären

          Einen Tag vor der Festnahme in Tripolis war eine aufwendige Kommandoaktion eines Teams der Marine-Eliteeinheit Navy Seals in der somalischen Küstenstadt Barawe gescheitert. Die Soldaten, die vor Sonnenaufgang an Land gegangen waren, hatten den Shabaab-Anführer Ikrimah gefangen nehmen sollen. Er gilt als Planer von Shabaab-Angriffen außerhalb Somalias. Eine Beteiligung an dem Überfall auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi, zu dem sich die Shabaab bekannt haben, wird ihm zwar nicht unterstellt. In Washington hieß es jedoch, der Angriff in der kenianischen Hauptstadt habe die Regierung von Präsident Barack Obama dazu bewogen, den seit Wochen erwogenen Einsatz anzuordnen.

          Er fand zwanzig Jahre und einen Tag nach dem Abschuss eines amerikanischen Hubschraubers in Mogadischu („Black Hawk down“) statt. Doch gerieten die Soldaten sofort in ein Feuergefecht mit Shabaab-Milizionären. Nach mehr als einer Stunde zogen sich die Amerikaner zurück, ohne eigene Verluste erlitten zu haben. Der Kommandeur der Navy Seals habe den Einsatz abgebrochen, nachdem ihm klar geworden sei, dass es keine Chance gebe, Ikrimah lebend zu ergreifen, hieß es am Montag im Pentagon. Dass die Zielperson zu den während des Feuergefechts getöteten Shabaab-Kämpfern zählt, galt als unwahrscheinlich. Trotzdem sprachen Pentagon-Mitarbeiter davon, Kommandoaktionen wie die beiden jüngsten in Afrika seien das Modell für die Zukunft des amerikanischen Antiterrorkampfes.

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