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Absturz in der Ukraine : MH17 wurde von „Objekten“ durchsiebt

Bild: AP

Flug MH17 ist schon in der Luft in mehrere Teile zerbrochen. Zu diesem Schluss kommen niederländische Experten in ihrem vorläufigen Bericht zum Absturz. Eine Frage bleibt allerdings ungeklärt.

          Rund zwei Monate nach dem katastrophalen Abschuss von Flug MH17 in der Ostukraine, bei dem alle 289 Insassen des Flugzeuges ums Leben kamen, haben die niederländischen Ermittler ihren vorläufigen Bericht in Den Haag veröffentlicht. Die Fachleute kommen darin zu der Erkenntnis, dass das Flugzeug vom Typ Boeing 777-200 von „mehreren Objekten mit hoher Energie“ durchsiebt wurde.

          Die Daten des Flugschreibers konnten ausgelesen werden
          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Die Ermittler haben bei ihren Untersuchungen Radar-Aufzeichnungen, den Wetterbericht, Fotos von Wrackteilen sowie den Stimmenrekorder und den Flugschreiber ausgewertet. Demnach setzte die Aufzeichnung der beiden Rekorder am 17. Juli um 15.20:03 Uhr plötzlich aus. Vorher waren die Piloten noch im Kontakt mit der Luftraumüberwachung in Dnjipropetrowsk gewesen. Als MH17 nicht mehr antwortete, versuchten die Fluglotsen mehrere Minuten die Piloten zu erreichen, doch die reagierten nicht mehr.

          Zu diesem Zeitpunkt war das Flugzeug schon von den „Objekten“ durchsiebt worden. Die Schäden am Flugzeug führten dann wahrscheinlich dazu, dass es noch in der Luft auseinanderbrach. Die große räumliche Verteilung der Trümmer, ein Bereich von 10 mal fünf Kilometern, spreche für diese These.

          Tjibbe Joustra, Vorsitzender der Ermittlungskommission, sagte in einem Video, er gehe davon aus, dass zukünftig noch weitere Daten und Beweise zu Verfügung stehen werden. Diese sollten es den Fachleuten ermöglichen, ihren endgültigen Bericht spätestens ein Jahr nach dem Absturz von MH17 vorzulegen.

          Von außen durchbohrt

          Die Auswertung aller bis jetzt zur Verfügung stehender Daten habe ergeben, dass es keine Hinweise auf einen technischen Defekt gebe, der den Absturz verursacht haben könnte. Vielmehr sei Flug MH17 wie geplant und ohne Probleme verlaufen. Auch das Wetter kann laut Bericht nicht für den Absturz verantwortlich sein. Es habe zwar Wolken gegeben, doch sei die allgemeine Wetterlage gut gewesen.

          Die Ermittler weisen darauf hin, dass sie kaum Zugang zu den Wrackteilen hatten, da in der Ostukraine zum Zeitpunkt des Absturzes Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten stattgefunden haben. Sie hätten sich deshalb vor allem auf die Auswertung von Fotos stützen müssen, die vor Ort gemacht wurden. Sobald es möglich sei, wollten sie aber zur Absturzstelle, um die Wrackteile zu untersuchen. Die Bilder seien jedoch eindeutige Hinweise darauf, dass der Flugzeugrumpf von außen durchbohrt wurde.

          Die Schlussfolgerungen der Ermittler, Objekte hätten den Flugzeugrumpf von außen durchbohrt, stützen die These, dass Flugzeug sei abgeschossen worden. Womit dies geschehen ist - eine Rakete der Separatisten, wie vom Westen vermutet, oder ein Kampfflugzeug der ukrainischen Armee, wie von den Separatisten und von Russland behauptet - bleibt aber weiterhin unklar.

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