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Absturz in Ägypten : Blackbox soll Explosion aufgezeichnet haben

  • Aktualisiert am

Die sogenannte Blackbox des abgestürzen Metrojet Airbus A321 Bild: AP

Ermittlern zufolge soll auf den Aufzeichnungen des Flugschreibers ein Explosionsgeräusch zu hören sein. Unterdessen einigten sich die Präsidenten Russlands und Ägyptens auf gemeinsame stärkere Sicherheitsmaßnahmen.

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          Die Auswertung der Flugschreiber des in Ägypten abgestürzten Ferienfliegers stützt französischen Medienberichten zufolge die These eines Terroranschlags. Wie der Fernsehsender France 2 auf seiner Homepage unter Verweis auf einen Ermittler berichtet, sei während des Flugs ein Explosionsgeräusch deutlich zu hören. Der Ermittler habe zudem erklärt, die Explosion sei nicht die Folge einer Triebwerkspanne.

          Darüber hinaus meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine anonyme Quelle, der Flugdatenrekorder bestätige einen plötzlichen Absturz: „Alles ist normal, völlig normal während des Flugs, und dann plötzlich nichts mehr“, zitierte AFP die Person. Außerdem wirke es auf Fotos der Trümmerteile so, als seien diese von innen getroffen worden, was eher für die These einer Bombe spreche.

          Dem Team, das nach der Absturzursache sucht, gehören Experten aus Russland, Ägypten, Frankreich und Deutschland an. Der Chef der zuständigen ägyptischen Ermittler kündigte für Samstag eine Pressekonferenz an.

          „Rückkehrmechanismus“ für Russen

          Unterdessen hat Russland den Flugbetrieb mit Ägypten bis auf weiteres untersagt. Das entschied Präsident Wladimir Putin am Freitag. Das russische Staatsoberhaupt ordnete zudem an, „einen Rückkehrmechanismus“ für die Russen zu schaffen, die noch in Ägypten seien.

          Putin telefonierte darüber hinaus am Freitag mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, wie die ägyptische Präsidentschaft in Kairo mitteilte. Beide vereinbarten demnach, die "bilaterale Kooperation" zu verstärken, um die Sicherheit für russische Touristen in Ägypten zu gewährleisten und die Sicherheitsmaßnahmen für russische Flugzeuge zu verstärken.

          Zuvor hatte der Leiter des Geheimdienstes FSB, Alexander Bortniow, nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats gesagt, solange die „wahren Gründe“ für den Tod der 224 Menschen an Bord von Flug 9268 am Samstagmorgen über dem Sinai noch nicht ermittelt seien, sei es „ratsam“, den Flugbetrieb mit Ägypten einzustellen. In dem Gespräch der beiden Staatsoberhäupter brachten nach Angaben des Kreml allerdings gemeinsam die Hoffnung zum Ausdruck, dass „in naher Zukunft“ der normaler Flugverkehr zwischen beiden Ländern wieder aufgenommen werden könne.

          Britische Medien zitierten am Freitag Geheimdienstquellen, denen zufolge Passagiere und Besatzung Opfer eines Terroranschlags geworden sind, dessen Spuren zum „Islamischen Staat“ (IS) führen. Demnach haben Geheimdienste eine elektronische Kommunikation von Verdächtigen mitgelesen oder abgehört, die auf einen geplanten Bombenanschlag hindeuten.

          Zudem sind Erste in Scharm al Scheich gestrandete britische Touristen mit Sonderflügen in ihrer Heimat eingetroffen. Zwei Maschinen des Billigfliegers Easyjet landeten am späten Freitagnachmittag auf den Londoner Flughäfen Gatwick und Luton. Insgesamt sollen sich etwa 20.000 Briten in der Region befinden.

          Amerika fordert verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

          Die amerikanische Regierung fordert darüber hinaus von einigen Flughäfen in der Region verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für Flüge in die Vereinigten Staaten. Washington habe als Vorsichtsmaßnahme "eine bestimmte Zahl an vorübergehenden Verschärfungen" im Blick, welche die Sicherheit von Flügen nach Amerika beträfen, teilte Heimatschutzminister Jeh Johnson am Freitag in Washington mit. Es gehe um eine Ausweitung der Kontrollen der Fracht von Flugzeugen. Die Vereinigten Staaten böten den betroffenen Flughäfen ihre Hilfe bei sichtbaren und unsichtbaren Sicherheitsmaßnahmen an, führte Johnson aus.

          Es handele sich um Vorsichtsmaßnahmen für eine Übergangsphase, da die Untersuchung zu dem Absturz auf dem Sinai andauere. Präsident Barack Obama hatte zuvor am Donnerstagabend gesagt: „Ich denke, dass es eine Möglichkeit gibt, dass eine Bombe an Bord war, und wir nehmen das sehr ernst.“ Britische, irische und deutsche Gesellschaften hatten den Flugbetrieb nach Ägypten im Anschluss eingestellt.

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