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Abschluss der Nahostreise : Wulff: Chance für Frieden nicht verstreichen lassen

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Zum Abschluss seiner ersten Nahostreise hat Bundespräsident Wulff den palästinensischen Präsidenten Abbas getroffen. Der zeigte Verständnis für die besondere Verantwortung der Bundesrepublik für Israel: Es gebe „nichts Besseres als die ausgewogene Politik Deutschlands.“

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          Bundespräsident Wulff hat zum Abschluss seiner ersten Nahostreise Israelis und Palästinenser aufgefordert, die gegenwärtige Chance für eine tragfähige Lösung zu nutzen. Bei gutem Willen aller Beteiligten sei ein Frieden auf der Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung jetzt möglich, sagte Wulff am Dienstag in Bethlehem nach einer Begegnung mit dem palästinensischen Präsidenten Abbas. Deutschland werde weiterhin die Palästinenser bei ihren Bemühungen unterstützen, einen unabhängigen und lebensfähigen Staat aufzubauen.

          Mit Blick auf den Siedlungsbau hatte Wulff am Montagabend bei einem Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu Israel zu einem „konstruktiven Engagement“ aufgerufen. Zudem müsse sich die Lage der Menschen im Gazastreifen verbessern. Im Gespräch mit Abbas wiederholte Wulff seinen Appell, den von der Hamas nach Gaza verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit freizulassen. Abbas schloss sich der Forderung an, mahnte aber, darüber nicht die gut 8000 Palästinenser in israelischer Haft zu vergessen, die auch freikommen müssten.

          Der palästinensische Präsident dankte für die Unterstützung durch die Bundesregierung und äußerte zugleich Verständnis für die besondere Verantwortung der Bundesrepublik für Israel. Es gebe „nichts Besseres als die ausgewogene Politik Deutschlands“, sagte er. Die Palästinenser seien bereit, den Konflikt mit Israel „für immer“ zu beenden. In einem Brief an die Vereinten Nationen hatte Abbas zuvor den israelischen Siedlungsbau als eine „tickende Zeitbombe“ bezeichnet, die den Friedensprozess beenden könnte.

          Graumann lobt Wulff

          Unterdessen lobte der neue Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, den Auftritt Wulffs gegenüber der Zeitschrift „Bunte“. Mit seiner Reise nach Israel in Begleitung seiner Tochter und weiterer junger Schüler aus Deutschland habe Wulff „ein deutliches, herzliches und sensibles Zeichen der Verbundenheit unserer deutschen Gesellschaft mit dem jüdischen Staat, und das über jede Altersgrenze hinaus“ gesetzt. Er bewundere „das eindringliche und eindrucksvolle Engagement“ Wulffs sehr.

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