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Abkommen : Ruanda und Kongo schließen Frieden

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Einer der blutigsten Konflikte Afrikas scheint beigelegt. Am Dienstag unterzeichneten die Präsidenten beider Länder ein Friedensabkommen.

          Einer der mörderischsten Konflikte des Kontinents nähert sich seinem Ende. Die Präsidenten von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire) unterzeichneten am Dienstag in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria ein Abkommen, das ihren vier Jahre währenden Krieg beenden soll. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kostete der Konflikt mehr als zwei Millionen Menschen das Leben.

          Das Abkommen kam unter aktiver Vermittlung Südafrikas zustande. Dessen Präsident Thabo Mbeki signalisierte die Bereitschaft, notfalls auch friedenssichernde Truppen bereitzustellen. Obwohl das Verhandlungsergebnis noch mit sehr vielen Fragezeichen versehen ist, stellt es für den Nach-Apartheid-Staat einen neuen Erfolg bei seiner Profilierung als Friedensmakler dar.

          „Großer Tag für Afrika“

          Im Beisein eines ranghohen UN-Vertreters setzten die Präsidenten beider Länder - Joseph Kabila (Kongo) und Paul Kagame (Ruanda) ihre Unterschrift unter den Vertrag. Kabila betonte dabei erneut seine Bereitschaft, einer friedlichen Lösung zum Durchbruch zu verhelfen, und sprach von einem „großen Tag für Afrika“. Andere Teilnehmer äußerten sich ähnlich, werteten das Abkommen aber als ersten Schritt eines langen Prozesses.

          Völkermord an Tutsi und gemäßigten Hutus

          Ruanda hat nach der Unterzeichnung 90 Tage Zeit, um seine Truppen aus dem Osten Kongos abzuziehen. Im Gegenzug will Kongo Kämpfer der ruandischen Interahamwe-Milizen festnehmen lassen, die für den Massenmord in Ruanda 1994 verantwortlich gemacht werden. Die Interahamwe-Milizen waren nach ihrer Beteiligung am Völkermord an rund 800.000 Tutsis und gemäßigten Hutus in Ruanda mit insgesamt zwei Millionen Angehörigen in den benachbarten Kongo geflüchtet. 1998 drang Ruanda in den Osten des Nachbarlandes ein, um die Milizen an Angriffen auf Ruanda zu hindern.

          Insgesamt sieben Ländern wurden in den Konflikt hineingezogen, nachdem Kongos damaliger Präsident Laurent Kabila Simbabwe, Angola und Namibia um Hilfe gebeten hatte. Uganda und Burundi unterstützten Ruanda.

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