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Abhörskandal im Unterhaus : Britische Debattenkultur

  • -Aktualisiert am

In Bedrängnis: Der britische Premierminister David Cameron vor dem Unterhaus Bild: REUTERS

An der Debatte im britischen Unterhaus über den Abhörskandal könnten sich viele Parlamente ein Beispiel nehmen. Vieles liegt im Argen in Großbritannien. Der (meist) kultivierte Streit aber gelingt eindrucksvoll.

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          In der Sache hat der große Auftritt im Palast von Westminster nicht viel gebracht. Das war auch nicht zu erwarten. Die juristische und politische Aufarbeitung der Praktiken britischer Boulevardmedien wird einige Zeit in Anspruch nehmen, soll sie mit der nötigen Sorgfalt vorgenommen werden.

          Aber eines hat die „Mutter der Parlamente“ ihren vielen Kindern und Stiefkindern in aller Welt eindrucksvoll vorgeführt. Im Unterhaus herrscht eine Debattenkultur, an der sich viele Parlamente ein Beispiel nehmen könnten.

          Zwar wird niemand behaupten, in London gebe es nur parlamentarische Sternstunden. Aber die direkte Gegenüberstellung von Argumenten in spontaner Rede und Widerrede ist so etwas wie die höchste Kunstform öffentlichen Agierens.

          Und die Regeln des Hauses zwingen seine Protagonisten dazu, sich entsprechende Fähigkeiten anzueignen, wollen sie nicht untergehen. Sowohl Premierminister David Cameron als auch Oppositionsführer Ed Miliband genügen diesen Ansprüchen. Vieles liegt im Argen in Großbritannien. Der (meist) kultivierte Streit aber gelingt eindrucksvoll.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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